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Mythen und populäre Irrtümer

Kochmythen und Küchenirrtümer

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Brot im Kühlschrank schimmelt schneller

Dieser Mythos stimmt nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Schimmelsporen bevorzugen zur Ausbreitung Temperaturen von Zimmertemperatur und darüber. Die vorherrschenden Temperaturen im Kühlschrank von 2-7 Grad Celsius erschweren deren Wachstum enorm, wodurch das Brot nur schwer schimmelt. Das Brot sollte dann aber in eine Plastikfolie verpackt werden, um ein Austrocknen zu verhindern.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Fleisch vor dem Braten soll man nicht salzen

Auch dieser Mythos stimmt nicht. Das Salz entzieht zwar dem Fleisch den Saft (Osmose), was jedoch so extrem langsam abläuft, dass es so gut wie nicht ins Gewicht fällt. Also ist es völlig egal, ob Sie das Fleisch vor oder nach dem Braten salzen, da es ohnehin nicht lange in der Pfanne liegt.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Kunststoffbrettchen sind hygienischer als Holzbrettchen

Auch dies stimmt nicht. Bakterien können auf gewissen Holzarten nur sehr kurz überleben. Schuld daran sind die Gerbsäuren der Hölzer. Nach einiger Zeit wäscht sich diese Säure aber aus, erst ab dann sind die Brettchen weniger geeignet. Davon abgesehen sind beide Schneidebretter ähnlich positiv.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Immer die Käserinde nur sparsam abschneiden

Falsch. Käse wird oftmals mit Konservierungsstoffen (Natamycin E235) behandelt. Diese befinden sich vor allem bei Supermarkt-Käse in der Rinde und zwar bis zu einer Tiefe von 0,5 cm. Man sollte die Rinde somit mindestens einen halben Zentimeter abschneiden, um diesen Stoff nicht zu sich zu nehmen.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Fleisch vor dem Braten mit kaltem Wasser abwaschen

Wozu das? Dies bringt absolut nichts, der Mythos ist somit falsch. Weder Salmonellen noch sonstige Keime lassen sich davon beeindrucken. Besser ist, das Fleisch richtig und gut zu braten. Dies allein tötet sämtliche Keime in beeindruckender Effizienz.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010

 

Leber wird zart, wenn man sie zuvor in Milch einlegt

Auch dies ist falsch. Das Einlegen in Milch bringt rein gar nichts, außer Milchverschwendung. Ich meine wer trinkt die denn dann noch (außer als Mutprobe)?!

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Schimmel auf der Marmelade kann man bedenkenlos entfernen

Falsch. Wenn man dies tut, streuen sich die Sporen weiter und es entstehen Mykotoxine, welche giftig für den Menschen sind und Nierenbeschwerden, Allergien oder gar Krebs auslösen können. Besser also die Marmelade komplett entsorgen!

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Eine Schale mit Backpulver hilft im Kühlschrank gegen schlechte Gerüche

Auch dies ist falsch. Dies ist ein Märchen, welches sich hartnäckig hält. Viel besser hilft Aktivkohle bei der Geruchsbekämpfung. Beste Möglichkeit ist jedoch das optimale Verpacken der riechenden Nahrung und die regelmäßige Reinigung des Kühlschrankes.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Die Mikrowelle zerstört mehr Nährstoffe als das Kochen

Falsch. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Generell werden beim Kochen die Nährstoffe vermindert. Dies geschieht bereits durch die hohe Temperatur. Wenn man Nahrung beispielsweise zu lange oder zu heiß kocht (besonders bei Gemüse), werden noch mehr Nährstoffe zerstört. Bei der Mikrowelle hingegen wird gleichmäßig und schnell erhitzt, wodurch Nährstoffe sogar in größerer Anzahl erhalten bleiben.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Olivenöl nicht zum Frittieren benutzen

Auch dies ist falsch. Kalt gepresstes, natives Olivenöl raucht bei ca. 180 Grad, raffiniertes Olivenöl sogar erst bei 210 Grad. Somit eignen sich beide Öle auch zum Frittieren. Allerdings hat Olivenöl einen starken Eigengeschmack, der nicht Jedermanns Sache ist und es ist relativ teuer und somit zu schade fürs Frittieren. Grundsätzlich funktioniert dies aber. Mehr Mythen über Olivenöl gibts hier.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Zerkratzte Teflonpfannen können Krebs erzeugen

Auch dies stimmt so nicht. Krebserzeugende Stoffe sondern Teflonpfannen erst ab, wenn man sie sehr stark erhitzt (über 260 Grad) und sich das Teflon zu zersetzen anfängt. Dies kann dann zu grippeähnlichen Symptomen (Teflonfieber) und zu Krebs führen. Bis man eine solche Temperatur allerdings erreicht hat, ist jedes Essen bereits vebrannt.

Quelle: Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010
 

Aufgetaute Lebensmittel darf man nicht wieder einfrieren

Auch dies stimmt nicht, steht aber aus einem besonderen Grund auf den meisten Tiefkühlgerichten: Es ist eine gesetzlich vorgeschriebene Warnung der Lebensmittelhersteller, um den Verbraucher vor sich selbst und vor den Gefahren zu schützen, die bei unsachgemäßem Umgang mit Tiefkühlkost auftreten können. Insofern sind dies rein versicherungsrechtliche Hinweise.

Quelle: Bild.de – Küchenratgeber, Stand: 25.05.2011

2 Kommentare

  1. Aber gerne doch! Über diese Art von Feedback freue ich mich natürlich sehr. Wie von Ihnen gewünscht wurden die Quellen aktualisiert!

    Mit freundlichen Grüßen

    A. Rehwald (Site-Admin)

  2. Vielen Dank für die Auflistung der von mir entlarvten Küchenirrtümer.

    Bitte geben Sie als Quelle an:
    Ludger Fischer: Noch mehr Küchenirrtümer, Frankfurt (Eichborn) 2010.

    Die von Ihnen genannte Quelle gibt korrekt dieses Buch als ihre Quelle an.

    Vielen Dank!
    Ludger Fischer

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