Falsch! Spiegel-Online hierzu:
Quelle: Spiegel-Online, Artikel “Die Mythen der Finanzkrise ” vom 01.10.2008“Dramatische Bankenkrisen hat es immer wieder gegeben – seit 1970 zählt der Internationale Währungsfonds (IWF) 42 Zusammenbrüche in solch verschiedenen Ländern wie Argentinien, Tschechien, Indonesien oder China, aber auch in Japan, Finnland, Schweden oder Norwegen. Im Vergleich zu vielen dieser Krisen ist die US-Krise bislang noch nicht einmal besonders tiefgreifend oder teuer: Viele der Turbulenzen waren für den Steuerzahler deutlich kostspieliger als die US-Krise.
Das Paulson-Rettungspaket von 700 Milliarden Dollar entspricht etwa fünf Prozent der US-Wirtschaftsleistung, wobei wahrscheinlich nur ein Teil dieses Betrages wirklich für den Steuerzahler verloren geht (…). Im Durchschnitt liefen nach den IWF-Daten bei den Bankenkrisen seit 1970 Kosten für die Steuerzahler des jeweiligen Landes von 13 Prozent des BIP auf, einzelne Krisen wie jene in Indonesien Ende der neunziger Jahre waren sogar mehr als viermal so teuer.
Was aber natürlich diese Krise von den anderen unterscheidet, ist, dass die Krise diesmal die größte Volkswirtschaft der Erde getroffen hat und damit absolut bislang ungekannte Dimensionen erreicht. Und selbst wenn diese Krise im internationalen Vergleich gar nicht zu den größten Krisen gehört, ist dies wohl eher ein schwacher Trost: Nur wenigen Ländern gelang es am Ende, bei einer Bankenkrise eine Rezession zu vermeiden.”
Update am 15.09.2011: Die aktuelle Schuldenkrise hat möglicherweise das Potential, an die Lehman-Krise anzuschließen. Wenn sich die düsteren Prognosen für die Weltwirtschaft Ende 2011 bewahrheiten, kann niemand mit Sicherheit sagen, wie das alles am Ende ausgehen wird. Überlebt der Euro? Geht Griechenland pleite? Spaltet sich Europa wieder in einzelne Nationalstaaten auf und riskiert dadurch seine globale Bedeutung und Wettbewerbskraft oder entstehen tatsächlich die Vereinigten Staaten von Europa? Die nächsten Monate und Jahre werden die Entwicklungen aufzeigen. Es bleibt spannend.