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Mythen und populäre Irrtümer

Halloween ist ein heidnischer Trend aus den USA

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Wenige Tage ist es her, als kleine Kinder in gruseligen Kostümen die Straßen und Wohngegenden unsicher machten: Am 31.10.2011 war Halloween, wie jedes Jahr! Seitdem Halloween in den 1990er Jahren in Deutschland kommerzialisiert wurde, muss sich das Fest und jene die es feiern, vermehrt Kritik anhören. Ein “blöder Trend aus den USA”, “unchristlich” oder “heidnisch” sei das Fest. Es habe mit der europäischen Kultur nichts gemein. Alles sei nur Kommerz und habe keine eigentliche historische Grundlage. Doch stimmen diese Aussagen tatsächlich? Wo hat Halloween seine Geschichte?

Ur-christliche Tradition

Das aktuelle Halloween wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch irische Auswanderer in die USA gebracht. Mythos Nummer eins, wonach das Fest eine amerikanische Erfindung ist, ist somit widerlegt. Tatsächlich stammt der Brauch aus Europa.

Aus dem sehr alten Europa um genau zu sein. Die Wurzeln des Festes reichen sogar bis ins 11. Jahrhundert zurück. Dort wurde in Irland die Nacht vor Allerheiligen als Halloween gefeiert. Daher auch der heutige Name des Festes: “All Hallows, Eve(ning)“, zu Deutsch in etwa: “Der Vorabend von Allerheiligen”.

In der katholischen Kirche wird an Allerheiligen der verstorbenen Heiligen gedacht, am Tag darauf, an Allerseelen, der übrigen Verstorbenen. Diese Tradition gibt es quasi schon seit Anbeginn der katholischen Kirche.

“Süßes oder es gibt Saures” (engl.: “trick or treat”)

Doch was hat es mit den Verkleidungen und der Suche nach Süßigkeiten auf sich? Im alten Irland des 11. Jahrhunderst wurden an Allerseelen an Bettler Süßigkeiten ausgegeben (sogenannte “Seelenkuchen”). Es handelte sich hierbei traditionell um kleine Brote mit Johannisbeeren. Die Bettler freuten sich naturgemäß über die Gabe und versprachen im Gegenzug, für die Seelen der Verstorbenen zu beten.

Die gruseligen Kostüme und vor allem die mannigfaltigen Darstellungen des Kürbisses stammen aus einer alten irischen Sage, welche sich um den verstorbenen Jack O´Lantern dreht. Dieser soll mittels einer List die Hölle umgangen haben. Dummerweise standen ihm danach auch nicht mehr die Pforten zum Himmel offen, weshalb er dazu verdammt war, in aller Ewigkeit zwischen Himmel und Hölle umherzuwandern.

Laut Legende soll er hierbei eine ausgehöhlte Rübe mit einer Kerze darin bei sich getragen haben. Daher der Brauch mit den Fratzen und den Kürbissen.

Heute wurde das Fest zugegebenermaßen ziemlich kommerzialisiert. Doch ist dies bei Weihnachten und Ostern nicht genauso? Könnten sich christliche Fundamentalisten nicht genauso über den Hasen und die Eier aufregen? Tun sie wahrscheinlich auch.

Der Ursprung von Halloween reicht aber sehr weit zurück, das Fest hat somit in allen christlich geprägten Ländern seine Daseinsberechtigung, trotz der amerikanisierten Art des Feierns. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten…

Quelle: Artikel Focus-Online: “Der Ursprung von Halloween – Vom keltischen Totenfest zur Gruselparty”, Stand: 04.11.2011

3 Kommentare

  1. Europäisch mag Halloween sein, allerdings nicht deutsch.
    In unserer Kultur feiert man um den November herum Erntedank und insbesondere den Martinstag, welcher zwar nichts gemein hat, in den letzten Jahren aber dennoch stark unter Halloween leiden musste. Tatsächlich hat das schnitzen von Kürbissen für viele Kinder schon eine höhere Bedeutung als Laternen zu kleben.

    Naja, man muss mit der Zeit gehen… auch wenn es einem nicht immer gefallen mag.

  2. Leider hat der Autor dieses Beitrags nur sehr oberflächlich abgeschrieben. Das keltische Totenfest zu Anfang November hat aber auch so gar nichts mit Christentum zu tun. Wie Weihnachten, Ostern usw. wurde auch dieses Fest aus den vorchristlichen Religionen übernommen. Schade, dass so unsauber geschriebene und recherchierte Desinformation selbst bei doch scheinbar renommierten Blättern wie Focus passiert – und doppelt schade, wenn’s dann auch noch ungeprüft weitergegeben wird!!! Da frag ich mich, was sonst noch so alles Unsinn ist auf diesen Seiten…..

    • Zum Thema christliche Wurzeln (Zitat aus dem Lexikon):

      “…Legendenhaft und historisch nicht exakt zu beweisen ist eine direkte Verbindungslinie zu dem keltisch-angelsächsischen Fest des Totengottes ‚Samhain‘. Aus der Verbindung mit diesem Totengott sollen sich die Gebräuche zu Halloween ableiten, vor allem der Bezug auf das Totenreich und Geister.[5]“

      Der älteste, wenn auch unsichere Hinweis auf das Samhain-Fest entstammt dem Kalender von Coligny aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Dabei wird mit Samhain auf ein Fest des Sommerendes hingewiesen (keltisch samos, gälisch samhuinn für „Sommer“), oder auf das irogälische Wort für Versammlung, samain.[6] Ein angeblicher Totengott Samhain ist historisch dabei nicht nachweisbar. Erst in deutlich späteren, mittelalterlichen Schriften über die Gebräuche der Kelten wird auf einen Bezug zum Totenreich hingewiesen. Diese sind bereits intensiv christlich beeinflusst…”

      oder hier:

      “…Die österreichische Ethnologin Editha Hörandner sieht die allfällig behaupteten keltischen oder heidnischen Ursprünge als historische Projektion, die regelrecht den Charakter eines Gütesiegels habe. Von Interesse für die Forschung sei weniger die längst widerlegte These einer ungebrochenen Kontinuität bis ins Altertum, sondern vor allem, wie sich die moderne Sehnsucht nach fiktiven keltischen Traditionen ausbilde und was darob verbreitet würde. Die verbreitete Praxis des Festes Halloween habe dabei mit diesen Vorstellungen wenig oder gar nichts zu tun und sei keineswegs heidnisch oder keltisch geprägt. Interessanter sei allemal die aktuelle Entwicklung von Halloween als Re-Import aus den USA…”

      Wissenschaftlich gesichert ist Ihre Sichtweise leider auch nicht. Fakt ist: Es ist sicherlich KEINE Erfindung der USA (erster Mythos). Zweitens lässt sich in letzter Konsequenz ein heidnischer Ursprung nicht belegen (zweiter Mythos). Wenn Ihre Ansicht eine andere ist, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass Ihre “wahrer” ist und der “Focus” und viele andere Quellen falsch liegen.

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