Zucker macht dick

Auch dies stimmt nur teilweise. Entscheidend darüber ob wir zu- oder abnehmen ist einzig und allein die Kalorienbilanz am Tag. Wenn wir mindestens so viel verbrennen, wie wir zu uns nehmen, können wir nicht zunehmen (Krankheiten sind davon ausgenommen). Diese Bilanz muss also ausgeglichen sein. Allerdings weiß man, dass Industriezucker schnell ins Blut geht und somit die Gefahr einer Zunahme erhöht. Besser ist hier das Süßen mit Naturzucker oder Fruchtzucker (Fructose). Wenn also die Kalorienbilanz stimmt und man dazu noch regelmäßig Sport macht, kann man sich hin und wieder auch einen Zuckersnack gönnen, ohne dabei automatisch zuzunehmen. Natürlich gilt hier wie bei allen Lebensmitteln: Zu viel schadet.

Irrtümer über Brot

Es ist eines der Deutschen Lieblings-Nahrungsmittel: Das Brot. Es gibt es als Vollkornbrot, Weißbrot, Holzofenbrot, Pumpernickel und inzwischen auch Varianten mit Paprika, Karotten oder Zwiebeln darin. Während das Brot im Laufe der Geschichte noch eine Schlüsselrolle in der Ernährung einnahm (und in ärmeren Ländern bis heute einnimmt), nimmt dessen Bedeutung heutzutage scheinbar ab. Zu groß und vielfältig ist die Konkurrenz. So beliebt Brot auch sein mag, mit dem Verzehr verbreiteten sich auch diverse Irrtümer über das Backerzeugnis. Einige werden hier kurz dargestellt und analysiert.

Irrtum Nr. 1: Brot macht dick

Brot enthält sehr viele Kohlenhydrate, die verhältnismäßig stark sättigen. Das Sättigungsgefühl ist auch lang anhaltend, daher ideal als Mahlzeit. Dick macht das Brot per se aber nicht. Nur bei zuviel Brot (und somit zuvielen Kohlenhydraten), können Figurprobleme auftreten. Ernährungsexperten empfehlen einen Anteil an Getreide-Kohlenhydraten am Tag in einem Verhältnis zu 30%. Das bedeutet umgerechnet ca. 4-6 Scheiben Brot. Wenn zusätzlich Kartoffeln, Haferflocken oder ähnliches zu sich genommen wird, muss die Anzahl an Brot reduziert werden.

Zudem sättigt Vollkornbrot besser als Weißbrot, weil dieses im Verdauungstrackt in Zucker umgewandelt wird und nach dessen Abbau wieder neuen Hunger auslöst. Das Experiment kann jeder zuhause nachmachen: Einfach ein Stück Weißbrot so lange kauen, bis es regelrecht süß wird.

Irrtum Nr. 2: Knäckebrot macht schlank

Abgesehen davon, dass es keine Lebensmittel gibt, die “schlank machen”, erklären Experten die angeblich schlank machende Wirkung durch die geringe Dichte und das somit niedrige Gewicht des Knäckebrotes:

“Das getrocknete Knäckebrot enthält so gut wie kein Wasser und ist somit pures Vollkorn. Dadurch liefert es auf 100 Gramm über 300 Kilokalorien. Die gleiche Menge Roggenmischbrot kommt nur auf 210 Kalorien. Aber: Da Knäckebrot sehr leicht ist – das dünnste wiegt nur acht Gramm pro Standard-Scheibe –, müsste jemand zwölf Scheiben vertilgen, bis er auf 100 Gramm kommt. Das tut keiner – und daher rührt der Schlankeffekt” (Quelle siehe unten)

Irrtum Nr.3: Frisches Brot macht Bauchschmerzen

Auch das stimmt nicht. Dieser Mythos wird darauf zurückgeführt, dass vor allem Kinder das frische und klebrige Brot vor dem Schlucken zu wenig kauen. Das kann dann tatsächlich zu Verstimmungen im Magen führen, jedoch nicht unbedingt zu Bauchschmerzen. Auch wurde der Mythos früher gestreut, um den Brotkonsum in knappen Zeiten möglichst gering zu halten. Frisches Brot ist somit absolut unbedenklich.

Irrtum Nr. 4: Je dunkler das Brot desto gesünder

Das stimmt nur, wenn die dunkle Färbung tatsächlich von dem Mehl und dessen Kleie- und Schalenanteil her stammt. Allerdings wird gerade beim Brot oft auch Röstmalz eingesetzt, um es dunkler erscheinen zu lassen. In so einem Fall handelt es sich um einen “Etikettenschwindel”, der von der Gesundheit her nicht mit echtem Vollkornbrot mithalten kann. Ansonsten stimmt die Behauptung, je dunkler desto gesünder.

Irrtum Nr.5: Brot vom Discounter ist schlecht

Das trifft nicht zu. Zwar hält sich traditionelles Brot vom Bäcker oft länger, am Tage des Kaufs ist aber auch das Brot von Backshops und Discountern durchaus lecker. Brot nach traditionellen Rezepten ist eigens auf Haltbarkeit ausgerichtet, weshalb es auch noch am nächsten Tage frisch schmeckt, was bei Discountern oft nicht der Fall ist. Pauschal sagen lässt sich dies aber heutzutage auch nicht mehr, da es auch Discounter gibt, die ohne Geschmacksverstärker und Stabilisatoren “traditionell” backen. Genauso wie es traditionelle Bäcker gibt, die sich den Teig anliefern lassen und nicht mehr selber produzieren, sondern die Backprodukte nur noch in den Stuben aufbacken.

Quelle: Artikel auf Focus-Online vom 30.08.2011

Frisches Brot ist ungesund

Einige Menschen behaupten tatsächlich, dass frisches Brot beim Verzehr zu Magenproblemen oder Störungen des Verdauungstracktes führen kann. Dieser Mythos stimmt natürlich nicht. Interessant ist der Ursprung dieses Irrtums:

Vermutlich stammt der Mythos aus einer Zeit, in der Brot sehr wertvoll, selten und überlebenswichtig war. Es war so wichtig, dass auf keinen Fall etwas verschwendet werden durfte. Damit sich nicht alle sofort auf das frische Brot gestürzt haben, sondern auch das ältere verzehrt wurde, wurde wahrscheinlich dieser Mythos geboren, um das frische Brot unattraktiver zu machen. Pauschal stimmt dieser Mythos nicht, wobei es tatsächlich Menschen geben soll, die von frischem Brot leichte Blähungen bekommen sollen.

Karotten sind gut für die Augen

Dieser oft gehörte Mythos ist leider falsch. So pauschal lässt sich die These von den guten Augen durch Karotten-Verzehr nicht halten. Richtig ist zwar, dass das in den Karotten enthaltene Beta-Carotin im Darm in Vitamin A umgewandelt werden kann und dieses Vitamin A (auch Retinol genannt) für die Hell-Dunkel-Sehfähigkeit verantwortlich ist. Faktisch findet dieser Umwandlungsprozess im Körper aber kaum statt, weil der Körper in der Regel bereits aus anderen Quellen über genügend Vitamin A verfügt.

Besteht Vitamin A-Mangel, nimmt die Hell-Dunkel-Sehfähigkeit ab, man sieht also in der Dämmerung schlechter. In hiesigen Breitengraden kommt ein solcher Mangel allerdings so gut wie nie vor.

Gegen Kurz- und Weitsichtigkeit helfen Karotten leider rein gar nichts.

Salz begünstigt Bluthochdruck

Klar, logisch könnte man denken. Auch dies wird einem ja schon von klein auf beigebracht. “Mach nicht so viel Salz auf dein Frühstücksei” oder “lieber net so viel Salz“. Lange galt auch unter Ärzten, dass man sich grundsätzlich besser bei Salz zurückhalten sollte, gerade wenn man Probleme mit dem Blutdruck hat. Doch wie immer mehr neuere Erkenntnisse feststellen, ist Salz wohl besser und vor allem auch gesünder als sein uralter Ruf. Tatsächlich konnte bislang noch kein einwandfrei kausaler Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck festgestellt werden. Zwar sollte man natürlich auch mit dem Salzkonsum nicht übertreiben, doch dies gilt grundsätzlich für alle Nahrungs- und Genussmittel. Der Mythos per se stimmt aber nicht.

Mineralwasser ist gesünder und besser als Leitungswasser

Auch wenn es viele überraschen mag: Leitungswasser ist genauso gesund wie Mineralwasser, in vielen Fällen sogar noch gesünder bzw. qualitativ hochwertiger. Der Mythos vom gesünderen Mineralwasser stimmt somit nicht. Der Grund: Die deutsche Trinkwasserverordnung sorgt dafür, dass unser Leitungswasser in Deutschland zu den am stärksten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt gehört. Die Grenzen für Spuren von Schadstoffen sind dabei so gering angesetzt, dass selbst ein lebenslanger Konsum von Leitungswasser die Gesundheit nicht negativ beeinträchtigen darf. Die Grenzwerte sind sogar noch strenger als bei den Verordnungen für Mineralwasser. Doch worin liegt überhaupt der Unterschied zwischen beiden Arten von Wasser und worin liegen deren Vor- und Nachteile?