Aktien sind eine schlechte Geldanlage

Jeder kennt die Stammtischweißheiten, wonach das Geld auf einem Spar- oder Tagesgeldkonto besonders sicher und lukrativ sei. Aktien hingegen seien höchst gefährlich und nur etwas für Zocker. Das Risiko des Totalverlusts bestehe und käme deshalb nicht in Frage. Wie so oft hat die Medaille aber zwei Seiten. Alle die ihr Geld derzeit anlegen möchten, können beinahe auf jeder Nachrichtenseite Tipps und Tricks zur richtigen Geldanlage in der aktuellen Krise nachlesen.

Oftmals stammen diese Aussagen von “Experten”. Was sich aber kaum jemand zu sagen traut: Gerade jetzt in der Krise werden Millionäre gemacht bzw. die Grundsteine für gute Anlagen gelegt. Aktien sind per se keine schlechte Geldanlage. Es sind Sachwerte wie ein Haus oder andere Gegenstände, die gewissen Wertschwankungen unterliegen. Das macht sie noch lange nicht zu einer schlechten Geldanlage. Dahingehend stimmt der Mythos nicht. Für jemanden der sich für seine Finanzen aber nicht interessiert, sind Aktien eine schlechte Wahl, da man sie bzw. das Portfolio auch pflegen muss. Für diese stimmt der Mythos. Die Gründe hierfür siehe in beigefügter Übersicht von Pro und Kontra von Aktien und anderen Anlagen.

Aktien haben ihre Vor- und Nachteile, genau wie auch ein Tagesgeldkonto seine Vor-und Nachteile hat oder wenn man das Geld in den “Sparstrumpf” packt. In dieser kleinen Übersicht habe ich die Vor- und Nachteile der Anlageformen einmal zusammengefasst.

Generell kann man Anlageformen nicht ohne weiteres verteufeln oder als besser oder gar perfekt bewerten. Am Sparen mit Aktien ist aber nichts unmoralisch, da man im Prinzip sich im Mittelstand an Firmen beteiligt. Durch Tagesgeldkonten beteiligt man sich schließlich auch an Unternehmen, nur sind dies eben Banken. Und das zu niedrigen Zinsen und keinen Dividendenzahlungen.

Insgesamt kann man sagen, dass der Aktienhandel grundsätzlich interessant ist. Für Unentschlossene empfiehlt sich jedoch ein kostenloses Musterdepot mit virtuellem Spielgeld ohne Risiko und die Infobeschaffung auf einschlägigen Seiten. Blauäugig und ahnungslos sollte sich niemand an Aktien wagen. Zumindest ein Grundinteresse für die eigenen Finanzen sollte schon vorhanden sein.

Und gerade in Zeiten von Euro-Turbulenzen sollen Sachwerte ohnehin wieder sehr gefragt sein…

Kleines Fallbeispiel zum Thema Aktien zum Abschluss:

Die Aktie von BMW stand während der globalen Finanzkrise Ende 2008 / Anfang 2009 bei ca. 22 Euro je Aktie, teilweise sogar darunter. Im Juli 2011 war die Aktie teilweise bei 76 Euro.

Beispielsrechnung:

Hätte man in der Finanzkrise damals den Mut gehabt und 3000 Euro in diese Aktien investiert, hätte man ca. 136 BMW-Aktien für sein Geld bekommen. Hätte man diese dann dieses Jahr im Juli verkauft, hätte man 10336 Euro auf dem Konto gehabt. Hinzukommen dann noch 176 Euro an jährlichen Dividendenzahlungen zum Stichtag. Man hat sein Geld somit mehr als verdreifacht. Und das in ca 1,5 Jahren. Den jährlichen Ertrag kann sich jeder selbst ausrechnen. Das Gedankenspiel kann man dann natürlich mit Beträgen von 40000 Euro weiterspinnen. Aus diesen wären dann weit über 120000 Euro geworden, das ist mehr als eine Rentenversicherung mit Einmalauszahlung, welche die Leute teils über 30 Jahre hinweg ansparen! Ist dies nun eine schlechte Geldanlage?

Derzeit ist der Kurs der BMW-Aktie (um bei dem Beispiel zu bleiben) bei 51 Euro (Stand: 23.08.2011, 18:30 Uhr). Das Kursziel der Aktie wird von Analysten auf 123 Euro gesetzt. Nun kann man natürlich nie wissen, wann und ob dieses Ziel erreicht wird. Wenn dies jedoch der Fall ist, hat man sein investiertes Geld wenn man jetzt einsteigt mehr als verdoppelt. Manche sitzen in diesem Falle dann eben mit am Tisch, andere freuen sich über die kleinen Krümel in Form von Tagesgeldzinsen.

Letztere sind aber unter Umständen beruhigter und brauchen weniger Nerven wie Drahtseile. Wie gesagt, hat alles seine Vor- und Nachteile.