Mythensammlung

Populäre Irrtümer und verbreitete Mythen!

Philosophie

Einführung

“Wahrheit“: (von westgermanisch wâra, das wie lateinisch verus zu indogermanisch uêro gehört; griechisch Aletheia; lateinisch veritas, wirklicher Sachverhalt) ist einer der wichtigsten philosophischen Grundbegriffe. Die Frage nach der Wahrheit gehört zu den zentralen Problemen der Philosophie und wurde von den verschiedensten Schulen und Denkern unterschiedlich beantwortet.

Es sind die Fragen nach dem Begriff von Wahrheit (Wahrheitsdefinition) und nach deren Kriterium zu unterscheiden: Bei der Frage nach dem Begriff der Wahrheit kann man in einem ersten alltagssprachlichen Zugang die „Wahrheit“ grundsätzlich von der Falschheit, der Lüge oder dem Irrtum abgrenzen. Es lässt sich ein substantivischer („Ich sage die Wahrheit.“), ein attributiver („Das ist wahre Kunst.“) und ein prädikativer Sinn („Es ist wahr, dass es heute regnet.“) der Wörter „wahr“ und „Wahrheit“ unterscheiden…. (Quelle: Wikipedia.de; Stand 08.09.2009)

So viel zur Theorie und zur Begriffsbestimmung.

Dieser zuletzt genannten Abgrenzung der Wahrheit zu Lüge, Irrtümern und Mythen, widmet sich diese Seite.

Dem Autor kam die Idee – nachdem im TV über spezielle Alltagsmythen berichtet wurde – zu recherchieren, ob es bislang überhaupt eine umfassende Sammlung populärer Mythen und Irrtümer im deutschsprachigen Web gibt (von einschlägiger Literatur einmal abgesehen). Bei den Recherchen entdeckte ich zwar viele unterschiedliche Seiten, auf denen Mythen vorkamen, aber immer nur einen winzigen Teil des Webauftrittes darstellten oder die nur in einzelnen Artikeln erwähnt wurden.

Somit bestand mein Ziel darin, verschiedene Mythen aus diversen Quellen zu sammeln, aufzuarbeiten und zu veröffentlichen und somit Jedermann kostenlos zugänglich zu machen. Auch medienübergreifende Inhalte waren mir hierbei wichtig, so habe ich bei manchen Mythen auch Filme oder andere Dokumente mit aufgeführt, die die ganze Thematik anschaulicher gestalten.

So ein Konzept gibt es bislang nach meinen Recherchen im Internet in dieser Form noch nicht. Durch eine möglichst genaue Quellenangabe wird auch dem Urheberrecht Rechnung getragen.

Die ganze Seite verfolgt das Ziel, eine (heutzutage dringend nötige) “neuen Aufklärung” zu unterstützen, den gesunden Menschenverstand zu stärken und blindem Glauben von Behauptungen selbst ernannter “Experten” ohne entsprechende Gegenrecherchen entgegen zu wirken. Dazu kommt noch ein persönliches Interesse an populären Irrtümern und der Denkweise von Menschen. So begann ich dann mit der Gestaltung und Realisierung dieser Webseite.

Dabei erhebt diese Seite keinesfalls den Anspruch, im Besitz der einzig gültigen Wahrheit zu sein. Einige Dinge sollen auch zur Diskussion gestellt werden, weshalb die Kommentarfunktion ein nicht zu vernachlässigender Teil dieser Webseite darstellt. Die hier aufgeführten Mythen dienen in erster Linie zur plastischen Darstellung der Tatsache, dass vieles heutzutage umstrittener ist, als man landläufig annehmen würde. So gibt es in der Regel nicht nur ein wahr oder falsch, sondern auch viele Grautöne dazwischen.

Vieles wird uns als “wahr” oder “Fakt” verkauft, ohne dass dies jemals empirisch überprüft wurde. Jeder weiß doch, dass Fast-Food höchst ungesund ist, oder? Jeder weiß, dass Joggen den Gelenken schadet, oder? Was aber wenn gerade diese landläufigen Behauptungen falsch sind und beispielsweise gezielt von Fast-Food-Gegnern oder Sporthassern gestreut wurden und sich bis dato noch weiter streuen?! Hier wird die Sache nun interessant und eine Klarstellung notwendig.

Manchmal fanden Forschungen auch nur sehr einseitig und ergebnisorientiert statt (z.B. von gewissen Interessengruppen initiiert), was derzeit an der Endlagerproblematik für Atommüll (Gorleben; Asse) wohl sichtbar wird. So wurden von Generationen zu Generationen stets Behauptungen als “wahr” weitergegeben, deren Wahrheitsgehalt nie in Frage gestellt wurde. Manches beruht auf Missverständnissen oder schlicht und ergreifend menschlichen Fehlern (Paradebeispiel die Mär vom Spinat und dem Eisen).

Erst seit der europäischen Aufklärung des ausgehenden 18. Jahrhunderts wurden diese Denkschemata teilweise durchbrochen oder zumindest aufgeweicht, was durch den Siegeszug der Wissenschaft eindrucksvoll mit verursacht wurde. Plötzlich war ein Gewitter nicht mehr der Zorn Gottes, sondern ein wissenschaftlich erklärbares Naturphänomen. Plötzlich war die Erde nicht mehr flach und Mittelpunkt des Universums, sondern annähernd kugelförmig und um die Sonne kreisend.

Umso trauriger, dass heutzutage immernoch Mythen kursieren, die teils geringe, teils gravierende Auswirkungen auf das menschliche Dasein haben. Einziger Ausweg scheint hier eine Aufklärung 2.0, basierend auf der menschlichen Vernunft und unterstützt von seriösen, unabhängigen wissenschaftlichen Studien oder Versuchen zu sein. Gerade dies scheint jedoch in Zeiten globaler Verlinkung gleichzeitig ein Problem zu werden. Niemals zuvor war es so leicht, beeinflussendes – und somit potentiell falsches – Gedankengut unters Volk zu bringen, wie heutzutage in Zeiten von Twitter, Facebook, Youtube und Co. Andererseits waren die Chancen eines weltweit zugänglichen Wissensschatzes für Jedermann nie realisierbarer als in Zeiten des Internets, solange das dort illustrierte Wissen auch “wahr” ist.

Hier muss man dann vorsichtig sein, da selbst in Fachbüchern von “Experten”, Dinge teils unterschiedlich als wahr oder wissenschaftlich bewiesen verkauft werden. Wenn man zum Beispiel ein Buch über Hundeerziehung kauft, dann spiegelt dies selbstverständlich nur die Meinung und Ansicht des Autors, teils mit guten oder weniger guten Argumenten untermauert, wieder. Liest man ein anderes, wird vielleicht in vielen Dingen wiedersprochen. Daher gilt wohl die Devise, dass nur weil etwas in Büchern steht, es noch lange nicht wahr sein muss.

Wenn man diese Erkenntnis dann auf Schulbücher überträgt, wird die Sache umso interessanter und die Frage stellt sich, wer denn die Gewähr dafür bietet, dass dies was wir lernen auch korrekt im Sinne von wahr ist?! Dies kann man auf sämtliche Bereiche des modernen Lebens übertragen, ein kritischer Geist stößt immer wieder auf diese oder ähnliche Problemstellungen.

Gerade deshalb, so vermute ich, findet derzeit eine kleine Renaissance der Aufklärung statt. Dies zeigt sich, so profan es scheinen mag, an diversen TV-Magazinen, die sich gerne mit Mythen, Irrtümern und Missverständnissen oder allgemein mit dem Thema Bildung befassen. Einige dieser Sendungen und Magazine habe ich daher auch als Quellen im Themenbereich angeführt. Nicht weil ich die Sendungen für intellektuell wertvoll halte, sondern weil sie zeigen, dass solche Mythen auch einen breiten Teil der Bevölkerung interessieren.

Auch die in den USA äußerst populären Verschwörungstheorien (zum Beispiel zum 11. September 2001) könnten ein Indikator dafür sein, dass sich Menschen in der heutigen hektischen und unübersichtlichen Zeit wieder nach etwas Wahrem sehnen. Bei manchen führt dies wieder zu einer verstärkten Zuwendung zur Religion (gefährlich, da Gefahr von Fundamentalismus besteht!), bei anderen zur Auseinandersetzung mit modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen, bei wieder anderen zur Resignation und Abkehr von der Gesellschaft (Terroristen, Aussteiger, Mönche, Amish-People, alternative Kommunen usw.)

So und so befinden sich viele Menschen in einer Zwickmühle…

Was ist die Lösung?

Um dieser Zwickmühle und Wahrheitskrise zu entgehen, ist es wohl wichtig, sich wieder verstärkt mit den Grundzügen der historischen Aufklärung zu beschäftigen. Einen damals tragenden Teil nahm die menschliche Vernunft und die Fähigkeit zu logischem Denken und eine gesunde Skepsis ein. Gerade eine Rückbesinnung auf diese Elemente könnte heutzutage aus der oben geschilderten Sackgasse führen. Dadurch verhindert man, diversen profitgierigen Gruppierungen (Esotherikern, Sekten, Öko-Fundamentalisten, Extremisten, Terroristen) ins Netz zu gehen oder sich von Lobbys oder Konzernen “verarschen” zu lassen. Andererseits beugt eine richtige Information auch einer paranoiden und soziopathischen Einstellung vor, in welcher niemand mehr (an) Irgendetwas glaubt.

Zudem empfiehlt es sich, sich selbst bei Behauptungen stets zu fragen, wem die jeweils geäußerte Behauptung Nutzen bringt (“Cui Bono”, lat. “wem nützt es”). So müssen Aussagen von Gewerkschaften über Löhne stets kritisch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden, genau wie Äußerungen von Greenpeace über den Zustand unserer Umwelt oder jene von Atomkonzernen über die Sicherheit ihrer Kraftwerke.

Gleiches gilt für so ziemlich alle Interessensgemeinschaften, denn wie der Name schon sagt, haben alle ein gemeinsames Interesse. Dieses ist seltenst die Wahrheit, sondern besteht meistens in Geld, Mitgliedergewinn, Einflusssteigerung, Macht und Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen (sog. Lobbyismus).

Schon in der Schule lernt man, wie man korrekt eine Erörterung zu einem Thema verfasst, nichts anderes sollte man auch auf der Suche nach der Wahrheit im Geiste in abgespeckter Form tun:

[1. Thema auswählen]

2. Verschiedene Positionen zu einer Problemstellung herausarbeiten.

3. Eingehend mit den beiden streitenden Seiten auseinandersetzen, jeweilige Quellen kritisch prüfen.

4. Eigene Meinung bilden, stets mit der Gewissheit im Hinterkopf, dass diese noch lange nicht “wahr” sein muss, sondern dem Individuum lediglich als “wahrscheinlich” (wörtl. “es scheint wahr zu sein“) vorkommt. Eine Bereitschaft zur Korrektur der eigenen Meinung (wenns sein muss auch um 180 Grad) aufgrund neuer Erkenntnisse ist dann auch kein Opportunistentum oder Wankelmut, sondern professionell und logisch.

Die hier im Themenbereich eingetragenen Mythen könnten hierbei eine kleine Hilfe leisten, die eigene Meinung zu hinterfragen, zu bestätigen oder zu korrigieren.

Oder einfach nur um zu unterhalten, weshalb ich es manchmal auch nicht geschafft habe, sämtlichen Humor von der Seite oder aus den Themen zu verbannen Icon Wink in Philosophie

Dies kann dann jeder für sich selbst herausfinden.

Aber nun wünsche ich viel Spaß bei der Erforschung der unterschiedlichen Mythen!

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