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Alltag

 

Mythen:

1. "Energiesparlampen machen depressiv"...click

2. "Cola ist gut gegen Rost"...click

3. "Je öfter man sich die Haare schneidet desto schneller und stärker wachsen sie"...click

4. "Von Bier muss man schneller auf die Toilette "...click

5. "Weizen-Bier macht müde "...click

6. "Werktage sind nur Montag bis Freitag "...click


 

1. "Energiesparlampen machen depressiv"

Falsch! Dies versuchen immer wieder manche Leute den Menschen einzureden. Besonders seitdem bekannt wurde, dass die EU die Glühbirnen schrittweise verbieten wird, regen sich Kritiker der ESL und setzen teils unseriöse Lügen in die Welt und schüren Ängste. Demnach sollen ESL aufgrund ihres "kalten Lichtes" depressive Stimmungen auslösen im Vergleich zu den "warmen" Glühbirnen und somit depressiv machen und teilweise vehement die Gesundheit gefährden. Wissenschaftlich gesehen ist dies reine Panikmache und entbehrt jeder seriösen Grundlage. Das Licht der Energiesparlampen orientiert sich sogar mehr am natürlichen Tageslicht, als die gelben Glühbirnen. Somit sind ESL eher ein Weg hin zum natürlichen Licht, Glühbirnen hingegen zum unnatürlichen, ineffizienten und zudem höchst verschwenderischen Licht.

Dass ESL nicht depressiv machen, zeigt auch der Umstand, dass sich die Menschen in einigen skandinavischen Ländern in der dunklen Jahreszeit extra Tageslicht-Lampen anschaffen, um Depressionen aufgrund der dauernden Dunkelheit vorzubeugen. Diese Leuchtstofflampen sind den ESL äußerst ähnlich und von der Funktionsweise fast gleich. Offenbar brauchen dies die Menschen, weil die gelben Glühbirnen die Depressionen eher verstärken, ansonsten wären solche Lampen dort nicht so begehrt. Wissenschaftler haben schon lange bewiesen, dass helles Tageslicht die Ausschüttung von Glückshormonen fördert (siehe sog. Frühlingsgefühle). Je näher ein Leuchtmittel an der Natur angelehnt ist, desto größer ist dieser Effekt. Einzig denkbare Auswirkung der ESL könnte sein, dass sie dem Körper Tageslicht signalisiert, weshalb dieser aktiver ist und dadurch Ruhephasen oder der Schlaf an Bedeutung gewinnen. Andererseits erhöht ein aktiverer Organismus auch den Tagesgesamtumsatz an Kalorien. Wer weiß, vielleicht gibt es daher bald schon die erste "Energiesparlampen-Diät".

Zudem verkennen Kritiker, dass es heutzutage bei modernen ESL beinahe das gesamte Lichtspektrum zur Auswahl gibt. Die jeweilige Lichtfarbe ist in der Regel auf der Rückseite der Packung vermerkt. So gibt es eher kaltes Licht (kalt-weiß) und warmes Licht (warm-weiß) und viele Zwischenstufen. Letzteres orientiert sich an dem Licht der Glühbirne, wird aber den genauen unnatürlichen Gelbton der Birnen aufgrund der unterschiedlichen Technologien nie erreichen. Leute, die ihre Glühbirnen schmerzlich vermissen, sollten daher dann zu der warm-weißen Alternative greifen. Mit Fortschreiten der Technik werden die Birnen sowieso immer besser und auch Argumente wie der hohe Quecksilbergehalt der ESL und die dadurch nötige separate Entsorgung, dürften in naher Zukunft wohl der Vergangenheit angehören. Vor allem dürfte die immer größere Verbreitung zu neuem Wettbewerb auf dem ESL-Markt beitragen und die Preise fallen lassen. Außerdem steht auch schon eine gänzlich neue Technologie in den Startlöchern, die durch einen enorm geringen Energiebedarf und ihre Langlebigkeit bald alle anderen Beleuchtungsmittel verdrängen könnte: Die LEDs. Im Automobilsektor ist die Technologie stark im Kommen, bald wird sie wohl auch Wohnräume effizient ausleuchten können. Mehr Licht, mehr Umweltschutz durch geringeren CO2-Ausstoß und weniger Stromkosten ist hier die Devise.

2. "Cola ist gut gegen Rost!"

Richtig! Schuld daran ist allerdings nicht das Getränk an sich, auch nicht dessen Zuckergehalt. Eine Rost lösende Wirkung wird durch die in der Cola enthaltene Phosphorsäure hervorgerufen. In der Praxis könnte diese Erkenntnis zum Beispiel bei kleineren Reparaturen am Kfz von Bedeutung sein oder wo sonst beispielsweise Schrauben fest gerostet sind und sich nicht mehr lösen lassen. In solch einem Falle einfach die betreffende Schraube in Cola geben bzw. mit Cola behandeln und etwas einwirken lassen (ca. 20 Minuten oder länger, je nach Grad der Verrostung). Nach dieser Zeit sollte die Schraube dann nicht mehr festsitzen, auch müsste optisch viel weniger Rost zu sehen sein. In besonders gut funktionierenden Fällen ist die Schraube sogar gänzlich rostfrei.

Quelle: Selbst ausprobiert.

3. "Je öfter man sich die Haare schneidet, desto schneller und stärker wachsen sie!"

Falsch. Viele Männer haben diesen Satz bezogen auf den Bartwuchs schon in jungen Jahren vernommen. Dort beschwor die Mutter den Jugendlichen, dieser möge mit dem Rasieren möglichst lange warten, da ansonsten der Bartwuchs immer stärker zunimmt und man sich immer öfters rasieren muss. Auch bei den Kopfhaaren hält sich dieser Mythos hartnäckig. Schuld ist wieder einmal die eigene subjektive Wahrnehmung, die falsch interpretiert wird: Wenn wir gewachsenes Haar abschneiden, trennen wir es nicht an der Spitze ab, sondern am dicken "Stamm". Folge ist, dass das nachwachsende Haar diesen "Stumpf" nach oben schiebt, wodurch wir diesen dann beim Darüber Streichen stärker spüren, als die anfänglichen feineren Spitzen. Folge ist, dass wir uns einbilden, dass das Haar stärker und schneller nachwächst. In Wahrheit wächst es jedoch gleich schnell, es fühlt sich nur intensiver an, da das Haar an der Spitze breiter ist als zuvor. Die feinen Spitzen bilden sich erst nach und nach wieder. Diesen Effekt spüren Frauen beispielsweise auch nach der Nassrasur an den Beinen. Auf die Anzahl der Haare hat der Mensch ebenfalls keinen Einfluss, diese ist genetisch vorgegeben. Richtig ist jedoch, dass kurze Haare schneller nachwachsen als lange. So wächst kurzes Haar ca. 2 cm im Monat, lange Haare lediglich 1 cm.

Quelle: Walter Krämer und Götz Trenkler: "Lexikon der populären Irrtümer", Eichborn-Verlag, 3. Auflage 1996, Frankfurt am Main

4. "Von Bier muss man schneller auf die Toilette"

Richtig. In einem Vergleichstest mit Mineralwasser lässt sich recht einfach darstellen, dass Bier tatsächlich die Blase stärker füllt. Dies hängt damit zusammen, dass die Niere, um den Alkohol im Bier abzubauen, Wasserreserven des Körpers plündert und dieses Wasser anschließend zusätzlich in die Blase leitet. Die Niere entzieht somit dem restlichen Körper Wasser, welches dann zusätzlich zur oral eingenommenen Flüssigkeit in der Blase hinzukommt. So können aus 1 Liter getrunkenen Bieres, tatsächlich ca. 1,2 Liter Flüssigkeit in der Blase werden. Dieser Mythos ist somit wahr.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 23.09.2009, Stichwort: "Bier-Mythen"

5. "Weizen-Bier macht müde"

Dieser Mythos ist falsch. Wenn man ein Pils und ein Weizen direkt vergleicht, macht sogar das Pils mehr müde. Dies hängt mit dem höheren Hopfenanteil im Pils zusammen. Weizenbier enthält wie der Name schon sagt weniger Hopfen, dafür andere Zutaten. Gerade das Hopfen hat jedoch diese ermüdende Wirkung, weshalb das Pils und nicht das Weizen insgesamt stärker ermüdet.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 23.09.2009, Stichwort: "Bier-Mythen"

6. "Werktage sind nur Montag bis Freitag "

Diese Annahme ist leider falsch. Oftmals herrscht dieses Verständnis wenn es um Parkautomaten in Städten geht. Dort ist oftmals der Hinweis vermerkt, dass nur an "Werktagen" die Parkgebühr entrichtet werden muss. Manche Leute denken dann, dass beispielsweise der Samstag kein Werktag ist, da die Geschäfte dort teilweise geschlossen oder weniger lang geöffnet haben. Richtig ist aber, dass nur Sonn- und Feiertage ausgenommen sind. Alle Tage die also weder Sonn- noch Feiertage sind, gelten demnach als Werktage.

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