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Bildung

 

Mythen:

1. "Bauchredner sprechen mit ihrem Bauch"...click

2. "Bleistifte enthalten Blei"...click

3. "Blindschleichen zählen zu den Schlangen"...click

4. "Der Friedhof hat etwas mit Frieden zu tun"...click

5. "Wenn man Salzwasser trinkt trocknet dies den Körper aus"...click

6. "Bier im kalten See kühlen ist sinnvoll"...click

7. "Bei Hitze besser dauerlüften"...click

8. "Jeder Schatten ist gleich kühl"...click

9. "Kalt trinken erfrischt im Sommer"...click

10. "Pilot und Co-Pilot dürfen im Flugzeug nie das gleiche essen"...click

11. "Im Flugzeug gibt es keine Sitzreihe Nr. 13 "...click

12. "Die Toiletten im Flugzeug werden über den Wolken abgelassen "...click

13. "Wer schläft, lernt nicht "...click

14. "Musizieren macht klug "...click

15. "Gehirnjogging fördert die Intelligenz "...click

16. "Cola kann ein Stück Fleisch über Nacht auflösen und schadet dem Magen "...click

17. "Durch die Wiedervereinigung Deutschlands kamen fünf neue Bundesländer hinzu "...click

18. "Früher glaubten die Menschen, die Welt sei eine Scheibe "...click

19. "Die EU regelt per Verordnung, wie krumm Bananen sein dürfen "...click


 

1. "Bauchredner sprechen mit ihrem Bauch"

Das dies nicht zutrifft, weiß zwischenzeitlich wohl jeder, dennoch sei es hier nochmals aufgeführt: Bauchredner kommunizieren wie jeder andere Mensch auch. Einziger Unterschied ist deren trainierter Gaumenbereich. So können die Bauchredner die Zunge zurückziehen und dadurch den Kehlkopfeingang verengen, wodurch die Resonanz der Stimme gemindert wird. So können sie tatsächlich sprechen, ohne das sich der Mund dazu bewegt. Die Stimme macht somit nur den Anschein, aus dem Bauch zu kommen. Bereits im alten Griechenland gab es schon Bauchredner (sog. Engastrimanten = Bauchwahrsager), wahrscheinlich gibt es sie aber schon seit Beginn der menschlichen Zivilisation mit Aufkommen der ersten Geheimnisse.

Quelle: Stichwortartikel <Bauchreden> in Meyers Großes Taschenlexikon, Mannheim 1992.

2. "Bleistifte enthalten Blei"

Falsch. Bleistifte enthalten kein Blei und enthielten niemals welches. Der Name stammt entweder noch aus dem Mittelalter, wo kleine Bleischeiben zum Schreiben auf Tafeln benutzt wurden oder aus den im 12. Jahrhundert von Künstlern benutzten Silberstiften, welche vom Material her aus einer Legierung aus Blei und Zinn bestanden. Moderne Bleistifte enthalten jedoch kein Blei, sondern Graphit.

Quelle: Walter Krämer und Götz Trenkler: "Lexikon der populären Irrtümer", Eichborn-Verlag, 3. Auflage 1996, Frankfurt am Main

3. "Blindschleichen zählen zu den Schlangen"

Falsch. Blindschleichen gehören zur Gattung der Eidechsen, haben jedoch verkümmerte Füße, weswegen sie Schlangen optisch ähneln.

Quelle: Allgemeinbildung

4. "Der Friedhof hat etwas mit Frieden zu tun"

Falsch. Das Wort stammt aus dem althochdeutschen "frithof" = Vorplatz, Vorhof, Vorraum einer Kirche. Es bedeutet übersetzt etwa "eingefriedeter Platz, beschützter Platz". Auch Privatgrundstücke können eingefriedet sein (z.B. durch einen Gartenzaun). Da solche eingefriedeten Räume früher verstärkt vor Kirchen vorhanden waren und sie dort zur Bestattung benutzt wurden, bürgerte sich der Begriff langsam ein, sodass heute auch von Kirchen entfernt gelegene Bestattungsanlagen "Friedhof" genannt werden.

Quelle: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, 2. Auflage, Berlin 1993.

5. "Wenn man Salzwasser trinkt trocknet dies den Körper aus!"

Richtig. Der Grund dafür ist verhältnismäßig simpel erklärt: Wenn man Salzwasser, beispielswasser Meerwasser, trinkt, dann werden die Körperzellen nach der Aufnahme von diesem Salzwasser umspült. Die Zellen realisieren diesen hohen Salzgehalt und versuchen ihrerseits, den Salzgehalt durch Abgabe von zelleigenem Wasser zu verdünnen. Zudem zieht das Salz Wasser buchstäblich an (Grundprinzip von gepökeltem Fleisch) und zieht es so noch zusätzlich aus den Zellen. Folge ist dann, dass die Zellen selbst nicht mehr genug Wasser besitzen und sprichwörtlich austrocknen. Dies kann im Extremfall bei sehr hohen Mengen Salzwasser bis zum Tode führen! Also sollte man auf seinen Geschmackssinn hören, Salzwasser schmeckt einfach nicht.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 30.07.2009, 19.15 Uhr

6. "Bier im kalten See kühlen ist sinnvoll"

Das ist falsch. Folge ist, dass das Bier die Temperatur des Sees oder Flusses annimmt. Auch wenn uns dieser im Sommer erfrischend kühl vorkommt, ist er dennoch zwischen 15-18 Grad warm, je nach Jahreszeit und Größe des Sees. Und wer mag schon Bier mit 15-18 Grad? Sinnvoller wäre es, die Bierflaschen in feuchte Tücher zu wickeln. Durch das Verdunsten des Wassers in den Tüchern wird der Umgebung Wärme entzogen, somit auch dem Bier. Durch diesen Trick sind im Sommer Getränketemperaturen von 10/11 Grad möglich!

Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr

7. "Bei Hitze besser dauerlüften"

Falsch. Wenn es draußen heiß ist, steigt somit logischerweise auch die Temperatur in der Wohnung wenn die Fenster geöffnet sind. Auch Ventilatoren helfen hier nichts, da sie die Luft nicht abkühlen, sondern lediglich herumwirbeln, was keine Temperaturabsenkung im Raum bewirkt. Die beste Alternative für heiße Sommertage ist, morgens stoßzulüften und die kühle Luft einzuschließen, gegebenenfalls mittels heruntergelassenem Rollladen.

Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr

8. "Jeder Schatten ist gleich kühl"

Das stimmt nicht. Dies hängt mitunter von der Reflexion vom Boden ab. Je mehr Strahlung abgehalten wird, desto kühler ist der Schatten. Ein Sonnenschirm beispielsweise kühlt kaum, weil deren Materialien oftmals sehr durchlässig sind und teilweise die Hitzestrahlung vom Sand reflektiert wird. Besser ist hier der Hausschatten. Durch ihn werden immerhin 80% der wärmenden Sonnenstrahlen abgehalten. Spitzenreiter ist allerdings der Baumschatten, welcher bis 86% der Hitze abhält. Der Baumschatten ist somit gleichzeitig der kühlste Schatten.

Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr

9. "Kalt trinken erfrischt im Sommer"

Klar, logisch denk sich jeder. Das ist aber leider falsch. Zwar erfrischen sie kurzzeitig durch ihre kühlen Temperaturen im Mund, dennoch müssen die Getränke im Körper erst einmal wieder auf Körpertemperatur gebracht werden (ca. 37 Grad), um verarbeitet werden zu können. Hierzu muss der Körper die Flüssigkeit aufwärmen, wofür er wiederum Energie benötigt. Dies hat die Folge, dass man sogar noch mehr schwitzt als vor dem Trinken. Zudem ziehen sich die Magenwände durch die Temperatur zusammen, sodass man nicht allzu viel Eiskaltes trinken kann. Besser im Sommer - obwohl es einige Überwindung kostet - sind somit lauwarme Getränke wie zum Beispiel Tee.

Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr

10. "Pilot und Co-Pilot dürfen im Flugzeug nie das gleiche essen"

Dieser Mythos kursiert bei vielen Menschen, ist jedoch leider falsch. Richtig ist, dass Pilot und Co-Pilot lediglich nicht gleichzeitig essen dürfen. Während der eine seine Mahlzeit einnimmt, muss der andere Instrumente und Armaturen überwachen. Danach wechselt das ganze. Sollte es einem der Piloten nach der Mahlzeit nicht gut gehen, wird automatisch gelandet, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Eine spezielle Vorschrift oder gar einen besonderen Speiseplan für Piloten gibt es aber nicht.

Quelle: Sendung "N24 Objektiv", Thema 'Flugmythen' vom 09.09.2009; 13:40 Uhr

11. "Im Flugzeug gibt es keine Sitzreihe Nr. 13"

Das ist richtig. Zumindest bei vielen Fluglinien, nicht bei allen. Bei diesen liegt nämlich die Entscheidung darüber, ob es eine solche Sitzreihe gibt oder nicht. Eine offizielle Vorschrift gibt es hingegen nicht. Grund für die Entscheidung ist die Furcht vor der Zahl 13, auch Triskaidekaphobie genannt. Ebenso gibt es in Zügen oder auf Schiffen oftmals keine Sitzreihe mit der 13 oder ein solches Deck. Bei manchen Fluglinien gilt gleiches auch für die 17, weil diese Zahl in Italien und Brasilien als Unglückszahl gilt. Der Mythos stimmt somit bei einigen Fluglinien.

Quelle: Sendung "N24 Objektiv", Thema 'Flugmythen' vom 09.09.2009; 13:40 Uhr

12. "Die Toiletten im Flugzeug werden über den Wolken abgelassen"

Diese Behauptung wäre nicht nur eklig, sondern sie ist auch falsch. Die Toiletten in Flugzeugen funktionieren mittels eines Vakuums, welches den ganzen Unrat nach Außen saugt. Außen bedeutet jedoch nicht an die frische Luft, sondern in einen extra Tank, welcher im Flugzeug integriert ist. Am Flughafen wird dieser Tank dann nach jedem Flug entleert. Das einzige, was tatsächlich in die Wolken entlassen wird, ist das Wasser vom Waschbecken. Dieses wird allerdings so fein zerstäubt, dass es zu keinen riesen Eisklumpen kommen kann, die dann Menschen auf dem Boden gefährden.

Quelle: Sendung "N24 Objektiv", Thema 'Flugmythen' vom 09.09.2009; 13:40 Uhr

13. "Wer schläft, lernt nicht "

Diese Annahme ist falsch. Das Gehirn hat niemals frei. Selbst im Schlaf sind Nervenzellen aktiv, um neue Informationen und Eindrücke zu verarbeiten. Dabei versucht das Gehirn permanent, Regeln zu finden, die uns helfen, die Datenflut zu strukturieren. Gelerntes wird während des Schlafens verarbeitet und gespeichert. Diesen Effekt kennt jeder Schüler im Zusammenhang mit Vokabel lernen. Was vor dem Schlaf noch nicht im Kopf war, sitzt plötzlich am nächsten Morgen.

Ein kleines Nickerchen am Nachmittag und vor allem ausreichender Tiefschlaf in der Nacht sind gerade in strammen Lernphasen besonders wichtig. Hirnforscher raten Kindern überdies davon ab, vor dem Schlafen einen spannenden Film zu sehen oder ein aufregendes Computerspiel anzufangen. Es besteht die Gefahr, dass frisch erworbenes Wissen nicht ins Langzeitgedächtnis gelangt, sondern von starken emotionalen Reizen überlagert wird.

Quelle: Focus-Online, Artikel "20 Irrtümer übers Lernen " vom April 2008

14. "Musizieren macht klug "

Das denken noch immer einige Eltern, die ihre Kinder entgegen deren Willen zu einem Musikinstrument zwingen, in der Hoffnung der Sprössling hätte dadurch intellektuellen Vorteil. Dieser Mythos ist aber falsch. Focus hierzu:

Kühe lieben Mozart. Woher man das weiß? Angeblich geben sie mehr Milch, wenn man sie im Stall mit der „Kleinen Nachtmusik“ beschallt. Vom sogenannten Mozart-Effekt, so hoffte man lange, könnten auch Menschen profitieren: Allein das Hören klassischer Musik mache bereits Babys im Mutterleib irgendwie intelligenter. Bekanntlich ist diese These längst widerlegt.

Hartnäckiger hält sich dagegen folgende Annahme: Wenn wir unsere Kinder ein Instrument lernen lassen, werden sie in der Schule Vorteile nicht nur in Musik haben, sondern z. B. auch in Mathematik. Es gibt Untersuchungen, die diesen Schluss zulassen. Wie seriös diese Studien sind, hat Kognitionsforscher Ralph Schumacher im Auftrag des Berliner Bildungsministeriums geprüft. Sein Fazit: „Es gibt keine wissenschaftlich haltbaren Belege dafür, dass musikalisches Training ein besonders geeignetes Mittel ist, um Intelligenz in einem nennenswerten Umfang zu steigern.“ Für unmusikalische Kinder, die in der Hoffnung auf ein paar zusätzliche IQ-Punkte durch die halbe Stadt kutschiert werden, dürfte das eine ziemlich gute Nachricht sein. Um empörten Befürwortern von Musikunterricht nun aber auch gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: Musik ist gut für die Seele – musizieren eine Kulturtechnik, die keiner Rechtfertigung bedarf. Eltern, die in den Musikunterricht ihrer Kinder investieren, nur damit sie in der Schule erfolgreicher sind, sollten jedoch wissen, dass das nicht funktioniert. Tröstlich: Beim Musizieren ist das Gehirn immerhin sehr aktiv – und das schadet selbstverständlich nicht. Am besten ist es allerdings, wenn Kinder sich ihre Hobbys selbst aussuchen dürfen – gemäß ihren individuellen Neigungen und Interessen. Es muss nicht Klavierspielen sein. Auch Schachspielen macht keineswegs dümmer.

Quelle: Focus-Online, Artikel "20 Irrtümer übers Lernen " vom April 2008

15. "Gehirnjogging fördert die Intelligenz "

Falsch. Solche Trainings bewirken leider keine Steigerung der Intelligenz. Lediglich gewisse Bereiche lassen sich hierdurch trainieren. Denksportaufgaben, das Merken von Gegenständen oder Wörtern etwa, sollen Konzentration und Gedächtnis trainieren. Schlauer wird man durch Denktraining aber leider nicht. Das Gehirn, so Lernforscherin Elsbeth Stern, ist wie ein Haus mit unzähligen Fenstern. Wenn man eines putzt, sind die anderen immer noch schmutzig. Analog dazu trainiert man beim sogenannten Gehirnjogging immer nur die eine konkrete Aufgabe. Diese allerdings kann man durch Üben tatsächlich immer besser und schneller lösen. Gehirnjogging ist also ein cleverer Zeitvertreib, mehr nicht.

Quelle: Focus-Online, Artikel "20 Irrtümer übers Lernen " vom April 2008

16. "Cola kann ein Stück Fleisch über Nacht auflösen und schadet dem Magen"

Dies wurde auch dem Autor in seiner Kindheit von Grundschullehrerinnen erzählt, wahrscheinlich um das sensible kleine Wesen Mensch von den Wucherungen des um sich greifenden amerikanischen Kapitalismus zu bewahren. Demnach soll Cola Fleisch auflösen und sogar die Mageninnenwand angreifen, wovon man dann Bauchweh bekommt. Die meisten Leute heutzutage sollten zwischenzeitlich wissen, dass dies absoluter Humbuk ist. Weder verschwindet ein Stück Fleisch über Nacht, noch schadet es den Innenwänden. Der Magen kann problemlos mit Cola fertig werden, so wie er auch Hochprozentiges übersteht. Die in der Cola enthaltene Phosphorsäure wird teilweise sogar als Medikament bei Durchfall eingesetzt.

Quelle: Selbstversuch und gesunder Menschenverstand

17. "Durch die Wiedervereinigung Deutschlands kamen fünf neue Bundesländer hinzu "

Ganz pingelig betrachtet ist dies falsch. Seit 1990 zählt eigentlich auch Berlin zu der Liste der Bundesländer. Somit sind neben Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt eigentlich auch die Berliner als Bundesland zu behandeln. In der Zeit vor 1990 hatte Berlin zudem einen Sonderstatus, also weder Bundesland noch einfache "Stadt".

Quelle: RP Online, Artikel "Populäre Irrtümer - Wir klären auf!", Stand: 08.11.2009

18. "Früher glaubten die Menschen, die Welt sei eine Scheibe "

Falsch. Bereits seit der Antike gingen die Menschen davon aus, dass die Erde eine Kugel ist. Der Mythos, wonach die Menschen früher tatsächlich von einer Scheibe ausgingen, kam erst im 19. Jahrhundert auf, entbehrt aber jeglicher Berechtigung. Auch hinsichtlich der Schiffreisen war der Glaube an die Scheibe und ein eventuelles "Hinunterfallen am Ende der Welt" niemals ein Hinderungsgrund. Vielmehr waren die Entfernungen den Menschen damals einfach zu weit und riskant.

Quelle: RP Online, Artikel "Populäre Irrtümer - Wir klären auf!", Stand: 08.11.2009

19. "Die EU regelt per Verordnung, wie krumm Bananen sein dürfen "

Falsch. Woher genau dieses oft angeführte Beispiel für ein vermeintlich übertriebenes Regulationsbestreben seitens der EU-Behörden kommt, ist schlecht nachzuvollziehen. Wahrscheinlich wurde es bewusst von EU-Skeptikern in die Welt gesetzt oder es war ursprünglich einmal als Witz gedacht, mauserte sich dann aber zum Mythos. Fakt ist jedenfalls, dass es eine solche Verordnung weder gibt noch gab.

Quelle: RP Online, Artikel "Populäre Irrtümer - Wir klären auf!", Stand: 08.11.2009

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