1. "Mit nassen Haaren in der Kälte erkältet man sich!"
Falsch! Dieses Märchen wurde den Kindern schon seit Generationen seitens der Eltern aufgetischt. Auch heute noch geben überbesorgte Mütter an ihren Nachwuchs diese "Weisheit" weiter. Die Gründe hierfür sind nicht eindeutig festzumachen. Wahrscheinlich lässt sich das hartnäckige Überleben der These auf unkritisch reflektierte Übernahme von "Wissen" der eigenen Eltern und der Großeltern zurückführen, bzw. auf falsch gedeutete Kausalitäten. Wenn Jemandem in der Kindheit stets solch eine "Gefahr" vor Augen geführt wird, dann neigt man vielleicht dazu, es irgendwann selbst zu glauben und für wahr zu halten. Woher soll man es sonst auch besser wissen als kleines beeinflussbares schutzloses Wesen? Kann man natürlich nicht. Aber spätestens im Erwachsenenalter oder auch schon in der Pubertät könnte die Phase der kritischen Reflexion einsetzen.
Wieso ist die Behauptung also falsch? Die Antwort liegt hier schlicht und einfach in der menschlichen Vernunft und winzig kleine Kenntnisse in Sachen Medizin: Wie entstehen Erkältungen? Durch VIREN! Es sind also winzig kleine tierische Angreifer, die gegen das menschliche Imunsystem wirken. Diesen Tierchen ist es schnurzegal, ob man nasse oder trockene Haare hat. Ein eventuelles Abkühlen der Kopfhaut (per se auch unschädliche wenn nicht extrem unterkühlt) interessiert die Viecher ebenso wenig. Lediglich wenn man schon krankheitsmäßig angeschlagen ist, das Imunsystem also bereits kämpft, kann das Abkühlen der Kopfhaut, worauf der Körper mit Arbeit in Form von Wärme gegenhalten muss, zu einer Schwächung des Imunsystems (durch zusätzliche Arbeit) beitragen. Der Körper muss zusätzlich anstatt gegen die Viren auch noch gegen die Kälte ankämpfen. Dies führt zu der falsch interpretierten Kausalität, weswegen man dann der Kälte die Schuld für eine schon bestehende Krankheit gibt.
Wie sieht es aber bei Gesunden aus? Wenn keine Viren am Angreifen sind, ist es für das Imunsystem unter Umständen sogar gut, dementsprechend durch die Kühle gefordert zu werden, um "fit" zu bleiben. Zu einer Erkältung führt dies bei gesunden Menschen allerdings nicht. Der Mythos ist falsch.
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 28.03.2008, Stichwort: "Elternlügen"
2. "Den Rotz hochziehen ist ungesund"
Falsch! Die Erklärung hierfür ist sogar verhältnismäßig simpel: Durch das Naseputzen mit dem Taschentuch entsteht ein Unterdruck in den Nasennebenhöhlen. Dieser wirkt dann quasi wie ein Staubsauger und saugt die schädlichen Bakterien förmlich an. Beim Hochziehen und anschließendem Umleiten in den Mund, gelangen die Bakterien aus dem Körper. Ob man den Rotz wegspuckt oder schluckt ist hierbei egal, da die Magensäure jedes kleine Bakterium vernichtet. Also nur weil den Rotz hochziehen als unhöflich (oder bei manchen gar als eklig) gilt, heißt dies noch lange nicht, dass dies gleichzeitig ungesund ist, ganz im Gegenteil. Allerdings dürfte dies die Taschentuch-Industrie nicht sonderlich begeistern...
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 28.03.2008, Stichwort: "Elternlügen"
3. "Wunden heilen an der frischen Luft besser"
Falsch! Auch diese Annahme ist leider falsch. Wunden brauchen zur optimalen Heilung ein feuchtes Milieu. Dieses herrscht besonders gut unter einem Pflaster und eben NICHT an der frischen Luft. Trocknet die Wunde aus, führt dies zu verstärkter Narbenbildung, bedingt durch den sich bildenden Schorf. Richtig ist also, dass Wunden so feucht wie möglich gehalten werden sollten, damit der Transport der unterschiedlichen Stoffe unbehindert erfolgen kann und die Heilung somit schneller und spurenloser erfolgt. Ob dies nun ein Pflaster oder ein Umschlag ist, ist prinzipiell egal.
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 28.03.2008, Stichwort: "Elternlügen"
4. "Vom Backteig naschen verursacht Bauchweh"
Falsch! Dies dürfte eine gezielte Lüge des jeweils Backenden sein, um ungestört seinem Treiben frönen zu können. Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Grund dafür, dass roher Teig eine solche Wirkung haben könnte. Vorsicht ist lediglich bei Teig mit rohen Eiern geboten, wenn diese nicht frisch sind. Salmonellen-Gefahr!
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 28.03.2008, Stichwort: "Elternlügen"
5. "Bakterien sind ungesund"
Falsch! Auch wenn der hygienische Standard in entwickelten Ländern mittlerweile ein beachtliches Niveau erreicht hat, sind wir dennoch auf Bakterien angewiesen. Nur wenige verursachen Krankheiten und sind somit gesundheitsschädlich. Deshalb aber alle Bakterien über einen Kamm zu scheren ist sicherlich mehr als fatal. So nutzt die Menschheit schon von je her Bakterien z.B. zur Herstellung von Nahrungsmitteln wie Joghurt, Käse und Bier. Dies trägt zudem dazu bei, dass in unseren Verdauungsorganen durch die Bakterien Vitamine produziert werden, welche auch der Gesundheit dienlich sind. Des weiteren reinigen Bakterien in Klärbecken das Abwasser und sie stellen in Komposthäufen frischen Humus her, der dann wiederum im Garten für gutes neues biologisches Wachstum sorgt. Zudem fungieren manche Bakterien als Katalysatoren für gewisse chemische Prozesse, wie sie bei der Herstellung von Erdöl benötigt werden. Unter dem Strich sind Bakterien also sogar nützlich und nur ein Bruchteil von ihnen gesundheitsschädlich.
Quelle: Walter Krämer und Götz Trenkler: "Lexikon der populären Irrtümer", Eichborn-Verlag, 3. Auflage 1996, Frankfurt am Main
Zudem gibt es ein weiteres Phänomen, welches die Hypothese der "gesunden" Bakterien stützt: Auffällig ist zum Beispiel, dass auf dem Land lebende Kinder seltener Asthma und Allergien aufweisen, als Stadtkinder. Dies kommt aus dem intensiveren Kontakt mit der Natur und ihren Bakterien und Keimen, als auch aus dem vermehrten Kontakt zu (Haus-) Tieren. Auch Haustiere können zu einem besseren Imunsystem beitragen, da es eben nicht so steril in der Wohnung zu geht und das Imunsystem in der Folge auch nicht "verkümmert". Somit ist ein immer mehr an Sauberkeit und Hygiene sicherlich fatal, sobald sie ins Extreme abzudriften droht.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
6. "Menschen mit dem Down-Syndrom erkranken selten an Krebs."
Richtig. Wie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, erkranken Personen, die an Trisomie 21 leiden selten bis nie an Krebs. Grund hierfür sind bestimmte Gene, welche auf dem 21. Chromosom liegen. Diese Gene haben normalerweise die Aufgabe, das Wachstum neuer Zellen zu unterdrücken. Bei Patienten, die an dem Down-Syndrom leiden, kommt das 21. Chromosom drei statt normalerweise zwei Mal vor. Dadurch besitzen solche Menschen mehrere solcher Unterdrücker-Zellen, weshalb das Krebsrisiko signifikant sinkt.
Quelle: Focus-Online, Artikel "Downsyndrom schützt vor Krebs" vom 21.05.2009
7. "Der Vollmond beeinträchtigt den Schlaf negativ"
Falsch. Viele Menschen behaupten dies, wissenschaftlich ist die These jedoch unhaltbar. In vielen Experimenten wurde dieser Mythos in Schlaflabors erforscht. Ergebnis: Es gab bei den Versuchspersonen keine nennenswerten Unterschiede vor, während und nach der Vollmondphase. Der Beobachtungszeitraum der Testpersonen betrug jeweils 2 Wochen, wann genau Vollmond war, wussten die Testpersonen nicht. Selbst die ausgestrahlte Helligkeit des Mondes hat keinen negativen Einfluss auf den Schlaf. Die 0,25 Lux Lichtstärke ist sogar geringer als die Helligkeit einer Laterne und somit viel zu wenig, um den Schlaf zu beeinflussen. Dafür dass dennoch viele Menschen genau das Gegenteil behaupten, macht die Wissenschaft die menschliche Psyche verantwortlich: Psychologisch gesehen handelt es sich hierbei um eine "Self-fulfilling-prophecy" (sich selbst erfüllende Prophezeiung). So kann es sein, dass ein Mensch an einem Abend nicht gut schlafen kann, aus welchen Gründen auch immer. Auf der Suche nach der Ursache der Schlafstörung nimmt die Person dann den Vollmond wahr und macht einen Trugschluss daraus: Vollmond = Ursache für den schlechten Schlaf. Diese Idee setzt sich fest, sodass dann eingebildet der Vollmond in künftigen Nächten tatsächlich den Schlaf stört, weil die Person fest damit rechnet. Wissenschaftlich gibt es jedoch keine seriösen Belege für solch eine Störung durch den Mond, auch wenn Esoteriker oder andere Mystiker gerne das Gegenteil behaupten.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
8. "Kalt duschen stärkt die Abwehrkräfte"
Das ist richtig. Durch extreme Temperaturen wird die Durchblutung des Körpers angeregt und der Kreislauf angetrieben. Theoretisch würde man den gleichen Effekt auch mit heißem Wasser erreichen können. Dies ist aber aufgrund der Verbrühungsgefahr nicht empfehlenswert, aber denkbar. Kalt duschen kann somit tatsächlich eine gewisse Prophylaxe gegen Krankheiten darstellen. Zumindest gegen solche, die aufgrund geschwächter Abwehrkräfte beruhen.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena" vom 10.03.2009 um 20.15 Uhr
9. "Vitamin C verhindert Erkältungen"
Falsch! Auch wenn dieser Irrglaube weit verbreitet ist. Eine große aktuelle wissenschaftliche Studie ergab, dass die Einnahme von Vitamin C keinerlei Schutzwirkung hat. Vitamin C kann lediglich dazu beitragen, eine bereits ausgebrochene Krankheit schneller zu überwinden, also früher wieder gesund zu werden. Auch zusätzliche Vitamine in Form von Pillen sind bedenklich und nicht zu empfehlen, da die heutigen Nahrungsmittel per se genug Vitamine enthalten, um den Tagesbedarf komplett zu decken. Selbst ein Menu in einem Fast-Food-Restaurant enthält genug Vitamine, um einen Großteil des Tagesbedarfs zu decken. Politisch korrekt ist die Verbreitung solcher Fakten jedoch leider nicht, da die Fast-Food-Industrie seit langem mit gewaltigen Image-Problemen zu kämpfen hat. Wer dies nicht glaubt, studiere einfach die Nährwertangaben z.B. eines Big Mäcs und vergleiche den Vitamingehalt mit der empfohlenen Dosis. Theoretisch könnte sogar auf den Verzehr von zusätzlichem Obst verzichtet werden, auch wenn sämtliche "Ernährungsexperten" dies empfehlen.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
10. "Antibiotika helfen gegen Grippe"
Falsch. Bei diesem Mythos wurde die Wirkungsweise der Antibiotika völlig ignoriert. Demnach helfen diese Medikamente nur gegen Bakterien, da diese eigenständige Kleinlebewesen sind. Eine Grippe wird allerdings durch Viren hervorgerufen. Viren benötigen Wirte, da sie keine eigenständigen Lebewesen sind. Wirt ist hierbei der Körper des Opfers bzw. dessen körpereigene Zellen, welche durch den Virus missbraucht und geschädigt werden. Gegen Viren helfen nur körpereigene sog. Fresszellen. Diese verschlingen den Virus und zersetzen ihn. Antibiotika können dies nicht, sie können im Extremfall sogar gesunde Bakterien schädigen (z.B im Darm). Generell sollten Antibiotika daher eher selten eingesetzt werden, um eine Imunisierung der Bakterien zu verhindern. Wer bei jeder Krankheit Antibiotika nimmt, erhöht somit das Risiko, dass sich Resistenzen bei den Bakterien ausbilden, da diese sich an die Antibiotika gewöhnen können.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
11. "Im Auto kann man nicht braun werden"
Falsch. Wieso sonst zeichnen sich bei längeren Fahrten im Sonnenschein, z.B. bei Urlaubsfahrten, die T-Shirt Linien ab und der Arm wird brauner? Richtig ist, dass man sehr wohl braun werden kann im Fahrzeug. Allerdings gilt dies nur für die Seitenscheiben. Daher also auch die beschriebene Bräunung der Arme. Die Frontscheibe hingegen ist durch die Sicherheitsverglasung nahezu undurchlässig für die bräunende UV-Strahlung. Auch geschickt: Hinter der Seitenscheibe kann man keinen Sonnenbrand bekommen, da die durchgelassene UV-Strahlung hierfür zu gering ist. Hinter den Scheiben bräunen ist somit sogar eher hautfreundlich und schonender als direkte Strahlung. Vorsicht allerdings bei leicht geöffneten Scheiben; die hierdurch eintretende Sonnenstrahlung kann dann wieder die Haut verbrennen. Dass man im Auto jedoch nicht braun werden kann, stimmt nicht.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
12. "Handflächen und Fußsohlen werden nicht braun"
Das stimmt. Sowohl an den Fußsohlen, als auch an den Handflächen gibt es nur wenige Zellen, die den Farbstoff Melanin herstellen können. Dieser Farbstoff ist der natürliche Schutz gegen Sonnenbrand und führt zur Anpassung der Haut an die Sonne durch Bräunung. Durch das weitesgehende Fehlen dieser Zellen, kann man sich an diesen Stellen stark verbrennen, eine Bräunung findet aber nicht statt. Allerdings haben auch die Fußsohlen und Handflächen ihren Schutz, nämlich die dicke Hornhaut, die ihrerseits gegen die UV-Strahlung abschirmt.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
13. "Ein Sonnenschirm schützt vor Sonnenbrand"
Falsch. Durch einen Sonnenschirm gelangen unter Umständen bis zu 50% der UV-Strahlung. Zwar geht kaum etwas durch den Stoff des Schirmes, ausschlaggebend ist aber das sog. Streulicht, ausgelöst durch Reflexion der Sonnenstrahlung vom Boden. Zum Beispiel führt heller Sand zu einer starken Reflexion. Die UV-Strahlung wird also vom Boden reflektiert und auf den Menschen unter dem Schirm gelenkt. So kann man also auch unter dem Sonnenschirm einen starken Sonnenbrand bekommen, vor allem wenn die Umgebung eher hell ist, wie am Strand oder bei Schnee. Weniger Gefahr besteht hingegen wenn die Umgebung eher dunkel ist. Ein Schirm auf einer Terrasse aus dunklem Stein beispielsweise schützt deutlich besser, als der gleiche Schirm am Strand. Zudem sind manche billigen Sonnenschirme von ihrem Stoff her sehr ungeeignet. Solche Billig-Schirme lassen teils einen Großteil der Strahlung ungefiltert durch, was ebenfalls zu Verbennungen führen kann. Bei einem Sonnenschirm daher lieber nicht am falschen Ende sparen.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
14. "Sonnencreme immer 30 Minuten einwirken lassen"
Das predigen die Mütter schon seit Kindesjahren, völlig unbegründet wie sich herausgestellt hat. Die Behauptung ist falsch. Die Filtersubstanzen in der Sonnencreme wirken sofort nach Auftragen. Die schützende Schicht besteht also unmittelbar danach. Lediglich ist die Creme dann noch nicht vollständig eingezogen, lässt sich also noch leichter abwaschen bzw. durch ein T-Shirt abreiben. Wer jedoch danach kein T-Shirt anzieht und auch sonst die Creme nicht abgerieben werden kann, kann sofort nach dem Eincremen in die Sonne. Je nach Lichtschutzfaktor natürlich in Maßen.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
15. "Selbstbräuner schützen gegen Sonnenbrand"
Falsch. Der Wirkstoff bei Selbstbräunern wirkt lediglich mit der obersten Hautschicht und färbt diese dunkel. Auf die UV-Strahlen, die ohnehin die oberste Hautschicht durchdringen, hat dies allerdings keinen Einfluss. Besonders gegen die aggressive langwellige UV-A Strahlung nützt ein Selbstbräuner rein gar nichts. Man bekommt genauso seinen Sonnenbrand oder im Extremfall Hautkrebs. Die Haut verbrennt genau wie bei einer unbehandelten Haut. Gegen die bräunende harmlosere kurzwellige UV-B Srahlung hat der Bräuner ebenfalls keine Wirkung. Der Mythos ist somit gefährlich und falsch.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
16. "Schlafen in kühlen Räumen ist gesünder"
Richtig. Die optimale Temperatur in Schlafräumen wird von Experten mit 16-17 Grad angegeben. Die niedrigen Temperaturen unterstützen hierbei den Körper bei seiner Temperaturabsenkung während des Schlafens von 37 auf 36 Grad. Kälter sollte es allerdings dann auch nicht sein, da zu geringe Temperaturen den Körper in Schwierigkeiten bringen können, da er unter Umständen selber nachheizen muss (z.B. die Füße), was den gewollten Ruhezustand verhindert und den gesunden Schlaf stört.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
17. "Ältere Menschen brauchen weniger Schlaf"
Falsch. Unabhängig vom Alter muss der Mensch beim Schlafen sämtliche Schlafphasen durchmachen, um den Körper bestmöglich zu erholen. Auch ältere Menschen schlafen 7-8 Stunden täglich, genau wie jüngere. Allerdings verteilt sich der Schlaf bei Älteren anders. Sie schlafen nachts weniger lang und stehen morgens in der Regel früher auf. Dieser Schlafmangel wird allerdings durch den einen oder anderen Mittagsschlaf wieder ausgeglichen, was wiederum jüngere Menschen selten tun. Auch wird mit dem Alter der Schlaf nachts weniger tief, wodurch der subjektive Eindruck entsteht, dass weniger geschlafen wird. In Wahrheit wird jedoch nur flacher geschlafen. Der Mythos stimmt somit nicht.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
18. "Schlafwandler darf man nicht wecken"
Falsch. Im Gegenteil. Je nach Ausprägung der Nachtaktivität kann es sogar gefährlich sein, wenn man den Wandler unbehelligt seiner Wege gehen lässt. Dieser kann sich unter Umständen verletzen oder im schlimmsten Falle sogar dabei ums Leben kommen (z.B. durch Autoverkehr oder Stürze). Der Mythos stimmt somit nicht. Zum Schutz der Person sollte auf jeden Fall besser geweckt werden.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
19. "Der Schlaf vor Mitternacht ist am wertvollsten"
Falsch. Einen guten Schlaf macht aus, dass er sämtliche Schlafphasen durchmacht. Darunter versteht man sowohl die sog. Tiefschlafphase, als auch den REM-Schlaf, auch Traumschlaf genannt. Um wieviel uhr die einzelnen Phasen durchgemacht werden ist allerdings völlig egal, ob vor oder nach Mitternacht.
Quelle: WDR-TV-Sendung "Quarks-Arena"; Thema: Gesundheitsirrtümer; am 10.03.2009 um 20.15 Uhr
20. "Bei Gewitter sofort raus aus dem Wasser"
Tatsache, besser ist das. Versuche mit künstlichen Blitzen haben gezeigt, dass der Blitz stets den Weg des geringsten Widerstandes wählt. Dies führt dazu, dass der Blitz bevorzugt aus dem Wasser herausragende Teile trifft, teilweise nimmt er sogar einen gewissen Umweg in der Form eines Bogens in Kauf, um den Schwimmer zu treffen. Besonders gefährdet ist der Kopf eines Schwimmers, welcher aus dem Wasser ragt. Daher ist es völlig richtig, bei Gewitter nicht zu schwimmen.
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 21.05.2009, 19.15 Uhr
21. "Chlor stinkt und brennt in den Augen"
Falsch. Weder das eine, noch das andere trifft zu. Der typische Freibad-Geruch entsteht erst im Zusammenspiel mit menschlichem Urin. Das Chlor bindet nämlich den im Urin enthaltenen Harnstoff und führt so zu dem typischen "Chlorgeruch". Chlor an sich ist geruchlos, sodass man gelöstes Chlor in reinem Wasser nicht riechen kann. Das gleiche Prinzip gilt auch für das lästige Brennen in den Augen: Auch hier sorgt die Mischung aus Chlor und Urin für die Reizung der Augen. Je stärker die Augen also brennen, desto höher ist der Uringehalt im Wasser, nicht der Chlorgehalt. Immerhin tröstlich: Bei den meisten Menschen ist Urin keimfrei, also gesundheitlich unbedenklich. Eklig bleibt die Erkenntnis aber trotzdem. Praktisch kann dies jeder selbst überprüfen. Einfach Chlor mit urinhaltigem Wasser vermischen und mit Chlor in reinem Wasser vergleichen. Das urinhaltige riecht dabei typisch nach Freibad und reizt die Augen.
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 21.05.2009, 19.15 Uhr
22. "Aufgewärmt in kaltes Wasser kann gefährlich sein"
Richtig! Beim aufgeheizten Sprung ins kalte Wasser ziehen sich schlagartig die äußeren Blutgefäße durch die Kälte zusammen. Dies stresst den Körper enorm und kann im schlimmsten Falle zu Bewusstlosigkeit und Herzinfarkt führen. Natürlich spielt hierbei auch das Alter des Schwimmers eine entscheidende Rolle, genau wie dessen physische Kondition.
Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 21.05.2009, 19.15 Uhr
23. "Je Sonniger der Tag, desto größer der Bräunungseffekt"
Das ist falsch. Für Sonnenstrahlen ist es überhaupt kein Problem, durch die Wolken zu dringen. Somit kann man sich auch bei Bevölkung ordentlich verbrennen. Dies fällt aber meistens nicht direkt auf, weil das heiße Gefühl auf der Haut nicht eintritt und es auch sonst in der Regel kühler ist. Somit ist Bewölkung eher gefährlicher als Sonnenschein.
Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr
24. "Solarien sind gesünder als Sonnenstrahlen"
Dem ist mitnichten so. Hautkrebs entsteht durch langwellige UV-B-Strahlung. Natürliches Licht enthält UV-A und UV-B-Strahlung. UV-B-Strahlung wird im Solarium zwar herausgefiltert, aber nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen kann auch die UV-A-Strahlung Krebs auslösen. So ist ein Solariumsbesuch von der Krebsgefahr her in etwa identisch mit dem Konsum von 3000 (!) Zigaretten. Zudem benötigt der menschliche Körper Sonnenlicht, da er dieses in Vitamin D umwandelt, welches wir nicht selber herstellen können. Das Vitamin D reguliert den Kalziumspiegel im Blut und ist somit enorm wichtig für den Knochenaufbau. Daher lieber in die Sonne gehen, hierbei aber verantwortungsvoll dosieren.
Quelle: Sendung "Abenteuer Leben" auf Kabel 1 vom 19.06.2009, 17.00 Uhr
25. "Energiesparlampen verursachen Kopfschmerzen "
Falsch. Dieses Argument wird leider sehr häufig von Gegnern solcher Leuchtmittel vorgebracht. Demnach sollen sie in hohem Maße elektromagnetische Strahlung absondern und dadurch Felder erzeugen, welche bei anfälligen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zu Krebs auslösen können. Dieser Bahauptungen hat das Bundesamt für Strahlenschutz in wissenschaftlichen Tests über Jahre klar widersprochen. So sei das elektromagnetische Feld bei ESL nur minimal stärker als das einer Glühlampe. Durch die elektromagnetische Strahlung geht generell jedoch keine Gefahr für den menschlichen Körper aus.
Weltweite Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO haben bislang ebenfalls keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beleg für eine solche schädigende Wirkung der elektromagnetischen Strahlung ergeben. Bei den Geschädigten wird viel mehr vermutet, dass die Symptome durch Stress oder Lärm oder andere Faktoren entstehen, die Felder nur als Sündenbock herhalten müssen. Auch soll der psychologische Aspekt eine große Rolle spielen: So sind viele der Geschädigten oftmals technik-feindlich oder fortschrittskritisch. Wenn man den Fortschritt torpedieren möchte, geht dies nun einmal nur über die Gesundheit, dadurch dass man warnt, mahnt und behauptet. Trauriger Höhepunkt und gleichzeitig guter Beleg für den Einfluss der Angst und der Psychologie bei dem Thema, sind neu errichtete Mobilfunkmasten. In manchen Fällen klagen Anwohner über Kopfschmerzen und erklären sich dies anhand der in der Nachbarschaft oder im nahegelegenen Feld neu errichteten Mobilfunkmasten (woher sollen die auch sonst kommen?). Blöd nur, dass daraufhin die Masten untersucht wurden und sich herausgestellt hat, dass diese noch gar nicht in Betrieb waren. Sie sonderten somit NULL Strahlung aus, dennoch sollen sie Kopfschmerzen verursachen...
Quelle: Focus-Online, Artikel "Energiesparlampe - Die neue im Rampenlicht " vom 01.09.2009
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