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Gesundheit (2 / 2)

 

 

Mythen:

26. "Handys verursachen Krebs" ...click

27. "Wenn die Haut nicht atmen kann, stirbt man" ...click

28. "Beim Küssen kann man sich mit Aids infizieren" ...click

29. "Über den Kopf verliert der Körper am meisten Wärme"...click

30. "Homöopathie wirkt und ist eine gute Alternative zur Schulmedizin"...click

31. "Tonerstaub verursacht Krebs"...click

32. "Zu kurzer Schlaf macht krank"...click

33. "Blutegel sind kleine Heiler"...click

34. "Amalgam in Zahnfüllungen kann Krebs auslösen"...click

35. "Die Persönlichkeit kann die Entstehung von Krebs beeinflussen"...click

36. "Fertigprodukte erhöhen das Krebsrisiko"...click

37. "Es gibt eine Krebsdiät"...click

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26. "Handys verursachen Krebs"

Unklar! Aber eher falsch. Viele warnen, mahnen und verbreiten Panik über die Handystrahlung und ihre vermeintlichen Folgen. Fakt ist, dass es bislang keine ernstzunehmende objektive Studie gibt, welche eine gesundheitsschädliche Wirkung von Handystrahlung auf den menschlichen Organismus belegt. Zwischenzeitlich besteht über dieses Thema tatsächlich eine Art Glaubenskrieg. Die einen bringen die fehlenden Studien vor, die anderen verweisen auf die mangelnden Langzeiterfahrungen mit Handys, da diese erst in den 90er Jahren richtig populär wurden. Demnach könne natürlich noch niemand die Langzeitfolgen abschätzen. Der Konflikt geht teils soweit, dass Vertreter der Krebstheorie bereits von nachweislich abgeschalteten (!) Handymasten Kopfschmerzen bekommen, was natürlich unmöglich ist. Die Mobilfunkmasten müssen demnach in vielen Fällen als einfache Erklärung für körperliche Gebrechen herhalten, wieso dann auch nicht für Krebs.

Wem also glauben? Fakt ist, dass Handys tatsächlich das Gewebe (besonders ums Ohr herum) leicht erhitzen, dies ist messbar und wissenschaftlich belegbar. Diese Erhitzung führt jedoch nicht zu Krebs, da sie hierfür viel zu gering ist (nur um einige Zehntausendstel Grad), um gewebeschädigend oder gar gewebeverändernd zu wirken. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz gibt Entwarnung bei Handys und verweist auf aktuelle Studien, die alle die Unbedenklichkeit von Handys belegen. Dennoch sollte sich grundsätzlich Niemand mehr als absolut nötig Strahlung, gleich welcher Art, aussetzen. Dies gebietet der gesunde Menschenverstand. Krebs bekommt man von all dem jedoch eher nicht. Wenn die ersten Langzeitstudien vorliegen, kann das Thema wahrscheinlich endlich abgehakt werden. Bislang deutet jedoch nichts auf höhere Krebsraten oder gar Leukämie bei Säuglingen hin.

Auch die WHO gab in ihrer Risikobewertung von 2007 Entwarnung für den Bereich der Handystrahlung bzw. des Eletrosmogs. Bislang gibt es keine Hinweise für eine erbgutverändernde Wirkung von diesen Strahlen. Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen sind diese Strahlen nämlich viel zu schwach um biologisch wirksam zu ein und eine Störung oder Änderung in den Zellen zu verursachen. Trotzdem gibt es noch eine Menge an Forschungsarbeit zu leisten, um eine Gefährdung, vor allem bei Kleinkindern, kategorisch ausschließen zu können.

Man sollte auch beachten, dass sich mit der Angst der Menschen eine Menge Geld machen lässt. Nicht umsonst gibt es allerlei "Strahlenschutzutensilien" für Handys, Laptops und Co. im Handel zu kaufen, oftmals von sehr interessenorientierter Seite angeboten.

Quelle: Werner Bartens, "Lexikon der Medizinirrtümer, Eichborn Verlag 2004, ISBN: 3-8218-3922-8

27. "Wenn die Haut nicht atmen kann, stirbt man"

Das ist falsch. Dies glauben tatsächlich einige Menschen. Demnach stirbt man, wenn man beispielsweise seine Haut mit einer luftundurchlässigen Schicht überzieht (vgl. James Bond Goldfinger von 1964). Dass dies nicht stimmen kann ist eigentlich logisch, da sonst sämtliche Taucher oder Arbeiter in Schutzanzügen sterben würden. Zwar kann es der Haut gut tun, wenn sie "atmen" kann, lebensnotwendig ist dies allerdings nicht.

Quelle: Werner Bartens, "Lexikon der Medizinirrtümer, Eichborn Verlag 2004, ISBN: 3-8218-3922-8

28. "Beim Küssen kann man sich mit Aids infizieren"

Diese Annahme ist falsch. Zwar schafft es kaum eine andere Krankheit, den Menschen so viel Angst zu machen und über die so viele Mythen grassieren, dennoch gehören manche Behauptungen ins Schauermärchenland. Erwiesen und allseits bekannt ist, dass man sich beim Geschlechtsverkehr oder bei Blutkontakt anstecken kann. Aber auch diese Ansteckung ist beispielsweise unwahrscheinlicher als bei Hepatitis B. Dazu muss man sagen, dass die HI-Viren auch recht schwach sind, die können nur in Körperflüssigkeiten überleben, an der Luft oder auf Gegenständen sterben sie bereits nach kurzer Zeit ab. Also besteht auch beim Trinken aus einem Glas keine Ansteckungsgefahr. Primär ist die Gefahr durch Spermien oder Scheidenflüssigkeit krank zu werden am größten.

Quelle: Werner Bartens, "Lexikon der Medizinirrtümer, Eichborn Verlag 2004, ISBN: 3-8218-3922-8

29. "Über den Kopf verliert der Körper am meisten Wärme"

Wer kennt den Spruch seiner Mutter nicht: "Zieh dir eine Mütze an, draußen ist es sehr kalt". Auf die Frage wieso, weiß die werte Frau Mama ebenfalls prompt zu begegnen: "Über den Kopf verliert dein Körper am meisten Wärme". Für alle genervten Kinder und Jugendlichen: Diese Behauptung ist falsch. Der Mythos besagt, dass der Körper bis zu 45 % Wärmeverlust über den Kopf erleidet. Eine genaue Untersuchung ergab jedoch, dass sich dieser Wärmeverlust tatsächlich nur im Bereich von 10 % bewegt. Demnach verliert der Körper deutlich mehr Wärme über die Arme und Beine. Daher ist eine Kopfbedeckung in vielen Fällen durchaus ratsam, aber in diesem Maße überlebenswichtig dann nun auch nicht.

Quelle: Sendung "Schau dich schlau" auf RTL2 vom 07.02.2010, ab 17:00 Uhr

30. "Homöopathie wirkt und ist eine gute Alternative zur Schulmedizin"

Das hätten die fast schon religiös angehauchten Befürworter der Homöopathie wohl gerne. Das ist aber schlicht und ergreifend falsch. Anders lautende Behauptungen sind in die Schublade Kommerz und Irreführung zu packen, um leicht beeinflussbaren und leichtgläubigen Menschen den einen oder anderen Euro aus der Tasche zu ziehen. Fakt ist, dass es bislang keiner wissenschaftlichen Studie gelungen ist, empirisch, nachvollziehbar und reproduzierbar die Wirksamkeit der Homöopathie zu untermauern. Auch unter den Nazis wurde versucht, die Homöopathie als Gegensatz zur "verjudeten Schulmedizin" zu etablieren und dadurch eine neue Volksmedizin zu erschaffen. Es wurden hierbei sogar Tests an KZ-Häftlingen durchgeführt, kein einziger belegte eine Wirkung der Homöopathie, die meisten "Testobjekte" starben sogar, die Homöopathie wurde danach totgesagt..

Eine neuere Studie aus dem Jahr 2003 musste damals sogar zurückgezogen werden bzw. die Forscher ihre gewonnen Preise 2005 zurückgeben. Eigentlich sollte die Studie die Wirksamkeit eindeutig und endgültig belegen. Messfehler und ideologisch beeinflusste Ergebnisbeeinflussung führten jedoch zur Enttarnung der Studie als nicht wissenschaftlich. Dies sahen sogar die glühendsten Befürworter der Homöopathie dann später ein.

Dabei wäre es aber ungerecht zu behaupten, die Homöopathie wirke überhaupt nicht. Richtig ist, dass sie wirkt, aber nur auf der Ebene eines Placebo-Effektes. Sprich anstatt teurer homöopathischer Mittel aus der Apotheke kann man ebenso reines Wasser oder Zuckerpillen verabreichen. Solange der Behandelte dies nicht weiß, glaubt er an eine Heilung, was in manchen Fällen tatsächlich zu einer Besserung führt (Selbstheilungskräfte des Körpers), jedoch nur bei leichten Erkrankungen. Da jedoch der Patient diesen kausalen Zusammenhang nicht erkennt, folgert er logisch, dass es das homöopathische Medikament gewesen sein muss. Auch behaupten manche, dass der homöopathische Arzt dadurch Linderung verschafft, dass er sich mehr Zeit für den Patienten nimmt, als der Schulmediziner. Dies ist einerseits ein Manko der Schulmedizin, andererseits lässt sich en Homöopath auch ganz anders entlohnen. Eine "Behandlung" kostet hier wesentlich mehr. Fatalerweise zahlen mehrere Krankenkassen zwischenzeitlich auch die homöopathische Behandlung, was sich immer mehr zu einer Belastung des Gesundheitssystems entwickelt.

Ansonsten fällt die Homöopathie jedoch in die gleiche Rubrik wie andere "alternative" Behandlungsarten wie Akupunktur, Naturheilkunde, Bachblüten, Osteopathie und Hildegard-Medizin. Demnach muss man an den Erfolg der jeweiligen Behandlungsart glauben, dann kann sie tatsächlich (zu einem teuren Preis) im Rahmen des Placebo-Effektes helfen, jedoch nicht darüber hinaus. Eine oftmals vorgebrachte mystische Heilung findet nicht statt. Wenn man das dann als wirksame Medizin oder gar als Schulmedizinersatz bezeichnet, liegt schon der Verdacht der Scharlatanerie oder gar des Betruges in der Luft, was bei schweren Krankheiten gefährlich werden kann.

Erst wenn sich die Homöopathie und andere "Religionsmedizinarten" in der Doppelblindstudie bewähren, könnte eine Wirksamkeit unterstellt werden. Meistens weigern sich die Befürworter jedoch, sich dieser Studie zu stellen, da sie den Ausgang fürchten, wahrscheinlich zu Recht. Sie fordern für die Homöopathie gar eigens entwickelte Wirksamkeitsstudien, was ebenfalls Bände spricht. Auch dies wohl aus Furcht vor empirischer Wirksamkeitsuntersuchung. Einmal endgültig als unwirksam enttarnt, würde ein Millionenmarkt und eine starke Lobby zusammenbrechen und viele "Wundermittel" den Bach runter gehen. Also gilt auch hier, lieber Wissen statt Glauben.

Quelle: Magazin "Der Spiegel" vom 12.07.2010, S. 58 ff.

31. "Tonerstaub verursacht Krebs"

In letzter Zeit häufen sich in den Medien Berichte über eine vermeintlich gesundheitsschädliche Wirkung von Laserdruckern bzw. deren Tonern. Demnach soll es zu Lungenproblemen oder gar Krebs führen, wenn man den Tonerstäuben ausgesetzt wird. Die Unfallkasse des Bundes (UK-Bund) führte hierzu zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch. Ergebnis: Eine gesundheitsschädigende Wirkung kann nicht eindeutig belegt werden, auch im Einzellfall nicht. Die pauschale Behauptung ist somit falsch. Zwar müssen in diesem Bereich noch weitere Forschungen betrieben werden, die bisherigen Ergebnisse lassen allerdings eindeutig darauf schließen, dass keine erhöhte Gesundheitsgefahr von Laserdruckern ausgeht. Dennoch sollte man sicherheitshalber auf den richtigen Umgang mit solchen Geräten achten. Hierzu hat die gesetzliche Unfallversicherung eine Broschüre erstellt, die den korrekten Umgang erläutert und die wissenschaftlichen Ergebnisse zusammenführt. Die Broschüre (GUV-I 820) gibt es hier zum kostenlosen Download.

Quelle: Unfallkasse des Bundes (www.uk-bund.de), Stand: 13.07.2010

32. "Zu kurzer Schlaf macht krank"

Den freiwilligen oder unfreiwilligen Frühaufstehern wird es wenig gefallen: Tatsächlich kann langer Schlaf vor manchen Krankheiten schützen und zu kurzer Schlaf manche Krankheitsbilder fördern. Der Mythos ist somit richtig. Neue Forschungen aus den USA haben ergeben, dass eine zu kurze Schlafdauer Krankheiten wie Diabetes, Herz- und Kreislaufbeschwerden, bis hin zu Krebs fördern kann. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko zu Übergewicht bei Wenigschläfern. Ideal für gesunde Menschen wird eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden angesehen. Weniger Schlaf sollte vermieden werden. Den Schlaf nutzt der Körper zur körperlichen und geistigen Regeneration. Das Gehirn verarbeitet Eindrücke des Tages und speichert sie geordnet ab. Überflüssige Nervenverbindungen werden hierbei abgebaut und neue Synapsen verknüpft. Neue Informationen werden zudem vom Zwischenspeicher in den Langzeitspeicher während des Schlafes transferiert.

Auch ist es tatsächlich möglich, ein Schlafdefizit über Wochen aufzubauen, welches dann zu Aufmerksamkeitsstörungen und Unkonzentriertheit und den oben beschriebenen Risiken führt. Hiervon sind vor allem Menschen in Schichtarbeit betroffen. Ein Lichtblick besteht aber: Auch wenn ein Schlafdefizit besteht, so kann dieses relativ schnell wieder behoben werden durch einen ausgiebigen Schlaf von über zehn Stunden Dauer. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Leistungsfähigkeit bei einer langen Schlafdauer sehr schnell regenerieren lässt. Bei mehr als zehn Stunden Schlaf konnten die Probanten der Untersuchung auf ihr Leistungsniveau vor dem Defizit zurückkommen. Entscheiden hierbei war aber neben der Schlafdauer auch die Schlafintensität.

Quelle: Spiegel-Online, Artikel "Fehlender Schlaf lässt sich nachholen" vom 01.08.2010

33. "Blutegel sind kleine Heiler"

Diese Behauptung ist korrekt. Wenn sich ein Blutegel an einem Menschen festgebissen hat, zapft dieser nicht nur dessen Blut ab, sondern gibt gleichzeitig auch diverse Stoffe in die Wunde und den Blutkreislauf ab. Bei einigen dieser Stoffe wurde eine medizinische Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen. Einer dieser Stoffe ist beispielsweise das Hirudin, ein Stoff der blutverdünnend wirkt. Es gibt noch eine ganze Bandbreite von weiteren Stoffen, die in Kombination wie eine kleine Apotheke wirken, die genauen Wirkungsweisen sind aber noch weitestgehend unbekannt. Die Blutegeltherapie hat sich aber seit Jahrhunderten bereits bewährt und hat somit eine sehr lange Tradition. Heutzutage werden die Tierchen nicht mehr aus schmutzigen Tümpeln rekrutiert, sondern eigens für ihren Zweck medizinisch gezüchtet.

Quelle: Spiegel-Online, Artikel "Sind Blutegel wirklich kleine Heiler?" vom 03.08.2010

34. "Amalgam in Zahnfüllungen kann Krebs auslösen"

Von vielen wird diese Angst geschürt, die Behauptung pauschal ist aber unbegründet. In Amalgam-Füllungen ist Quecksilber enthalten, welches in anderen Metalllegierungen eingearbeitet ist. Quecksilber wirkt toxisch, vor allem dessen Dämpfe, da Quecksilber bereits bei Zimmertemperatur verdampft. Geringe Mengen sollen demnach auch beim Zähneknirschen oder Kauen frei werden. Trotzdem gibt es bislang keine seriöse wissenschaftliche Studie, die eindeutig eine Gesundheitsgefahr durch Amalgam in Zahnfüllungen nachweist, zumindest wenn die Füllungen professionell eingearbeitet wurden. Das stellt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) klar. Auch die Behauptung, solche Zahnfüllungen könnten viele Krankheiten wie Autismus, ADHS, Alzheimer, Nervenleiden wie Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen, Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Depressionen, Unfruchtbarkeit, Konzentrationsstörungen, erhöhte Infektanfälligkeit und nicht zuletzt Krebs auslösen, sind nicht nachvollziehbar. Neben Amalgam gibt es auch für andere Metalle und Keramiken derzeit keine Hinweise auf eine Gesundheitsgefahr bei Benutzung in der Zahnmedizin.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Acht Mythen auf dem Prüfstand" vom 04.08.2010

35. "Die Persönlichkeit kann die Entstehung von Krebs beeinflussen"

Bereits Hippokrates stellte in der Antike den Zusammenhang her, wonach viele Menschen mit einer bestimmten Persönlichkeit anfälliger für Krankheiten wie Krebs sein sollen, als andere. Als Risikogruppen werden besonders angepasste Menschen angesehen, die oftmals unter Depressionen leiden, sich gerne selbst für andere aufopfern und Schwierigkeiten darin haben, ihre negativen Gefühle auszudrücken. In der modernen Medizin wird dieser Zusammenhang aber weitestgehend abgelehnt, der Mythos ist somit falsch. Forschern gelang es bislang nicht, eindeutige Beweise dafür zu finden, dass die psychische Belastung eines Menschen Krebs auslösen kann. Dennoch gibt es Hinweise darauf, dass das Imunsystem auf seelischen Stress reagiert. Ob dadurch aber auch Krebs begünstigt wird, ist unklar. Oftmals ist Folge von Stress nämlich auch ungesunde "Stressbekämpfung" durch Zigaretten oder Alkohol, die bei Missbrauch nachweislich das Krebsrisiko erhöhen.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Acht Mythen auf dem Prüfstand" vom 04.08.2010

36. "Fertigprodukte erhöhen das Krebsrisiko"

Fertigprodukte enthalten Geschmacksverstärker, Süßungsmittel, Konservierungsstoffe und verschiedene Vitamine. Manche davon sind mit "E-Nummern" ausgestattet. Diese Stoffe unterliegen aber einer strengen Kontrolle und werden regelmäßig auf ihre Schädlichkeit hin untersucht. Bislang gab es keine Hinweise auf eine gesundheitsschädliche Wirkung von Geschmacksverstärkern usw. Der Mythos ist somit falsch. Dennoch werden die Stoffe laufend neu bewertet, sobald sich irgendwelche Hinweise oder Verdachtsmomente ergeben. Beispielsweise gab es bei dem Süßstoff Aspartam 2006 und 2009 Hinweise auf eine krebsauslösende Wirkung bei Tieren. Die europäische Lebensmittelkontrolle konnte diesen Verdacht allerdings schnell wiederlegen, weshalb der Süßstoff auch heute noch zugelassen ist.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Acht Mythen auf dem Prüfstand" vom 04.08.2010

37. "Es gibt eine Krebsdiät"

Viele werben damit und versuchen mit dieser Behauptung Kasse zu machen: Demnach könne man den Krebs aushungern bzw. durch Ernährungsumstellung eine Schrumpfung des Krebs erreichen. Die Idee dahinter ist, dass man durch falsche und ungesunde Ernährung den Krebs quasi "füttert". Durch richtige und gesunde Ernährung ihn allerdings aushungern könne. Dr. med. Birgit Hiller, Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) stellt hierzu aber klar, dass dies oftmals weltanschauliche Behauptungen ohne medizinischen Hintergrund sind. So wird von diesen Leuten auch vor Kartoffeln und Tomaten (Nachtschattengewächse) gewarnt, weil diese Giftstoffe enthalten sollen. Auch Schweinefleisch soll die Tumore besonders füttern. Kasse wird auch mit Nahrungsergänzungsmitteln gemacht, weil behauptet wird, einheimisches Obst und Gemüse enthalte nicht mehr genügend Vitamine durch die überwirtschafteten Böden (Mythos Ernährung). Also heißt es auch hier, eine gesunde Skepsis zu bewahren und sich nicht veralbern zu lassen. Der Mythos gehört ins Reich der Märchen, ist somit falsch.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Acht Mythen auf dem Prüfstand" vom 04.08.2010

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