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Religion

 

Mythen:

1. "Die Christen erfanden den Altar "...click

2. "Die Existenz Gottes ist eine bewiesene Tatsache "...click

3. "Katholische Priester müssen Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern umgehend der Polizei/Staatsanwaltschaft melden"...click

 

 


 

1. "Die Christen erfanden den Altar."

Falsch! Beinahe alle Religionen dieser Welt hatten einen Platz, an dem Göttern geopfert wurde. Diesem Ort wurde später durch das Christentum der Name Altar gegeben, existierte aber schon lange vorher und war weit verbreitet. Hingegen hatten die ersten Christen sogar keine Altäre, weswegen sie von anderen Religionen als barbarisch angesehen wurden.

Quelle: "Altar" in Encyclopaedia Britannica, 11. Auflage, Chicago 1910.

2. "Die Existenz Gottes ist eine bewiesene Tatsache "

Falsch. Dies versuchen die Religionsgemeinschaften den Menschen seit je her so zu verkaufen, jedoch bewiesen ist die Existenz einer solchen höheren Macht keineswegs. Manche Philosophen (Feuerbach; Nietzsche) gehen sogar davon aus, dass der Gottesglaube lediglich aus einem tiefen Minderwertigkeitskomplex der Menschheit geboren wurde, die sich unbedingt eine Instanz über der eigenen wünscht. Dieser Instanz kann man dann Dinge, die man sich selbst nicht erklären kann, bequem zuschreiben. Dadurch trägt der Mensch nicht alleine die Verantwortung für sein Handeln. Zudem dürfte auch der Geldbeutel der Gläubigen einen nicht unerheblichen Teil dazu beitragen, dass sich Religionen auch im Zeitalter der Nach-Aufklärung noch beharrlich halten. Nichtsdestotrotz gibt es keinen empirischen Beweis für die Existenz Gottes, weshalb man ja auch von "Glauben" und nicht von "Wissen" spricht.

 

Empfehlenswerte Quelle: "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins; Ullstein Verlag 2007

3. "Katholische Priester müssen Fälle sexuellen Missbrauchs umgehend der Polizei/Staatsanwaltschaft melden"

Was eigentlich in einem Rechtsstaat logisch klingt, trifft in diesem Falle nicht zu. Pauschal ist diese Aussage somit falsch. Die katholische Kirche nimmt sich selbst das Recht heraus, selbst zuvor zu prüfen, ob die Missbrauchsvorwürfe gerechtfertigt sind und an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden oder nicht. Die Prüfung seitens der Kirche kann dabei durchaus mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre dauern. Erst wenn die "Ermittlungen" durch die Kirche abgeschlossen sind, wird der "weltlichen" Staatsanwaltschaft weiterberichtet und dies auch nur, wenn der Fall seitens der Kirche als "erwiesen" gilt. Diese Verfahrensweise ist in den Leitlinien der Bischofskonferenz von 2002 ausdrücklich so niedergeschrieben. Man könnte hierbei natürlich der Kirche unterstellen, dass dies mit der Zielrichtung geschieht, den Fall vorher andersweitig zu erledigen, beispielsweise durch Geldzahlung an die Opfer (Schweigegeld) und gleichzeitiger Versetzung des jeweils betroffenen Priesters/Bischofs, um ein Bekanntwerden und eine eventuelle Schädigung des Rufes der katholischen Kirche zu verhindern. Zudem könnten die Taten später bereits verjährt sein, der betroffene Geistliche hätte somit keine gerichtliche Strafe mehr zu befürchten. Ebenfalls besteht seitens der Kirche ein Misstrauen gegen die staatlichen Rechtsorgane. Kardinal Lehmann brachte dieses Misstrauen 2007 sogar in einem Interview zum Ausdruck, indem er der Staatsanwaltschaft mangelnde Objektivität unterstellte. Im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen in Jesuiten-Schulen in Deutschland steht diese Praxis allerdings nun in der Kritik, besonders seitens der Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, die auf die Tatsache hinweist, dass es sich bei Kindesmissbrauch um ein Offizialdelikt handelt. Somit muss die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit haben, Ermittlungen führen zu können.

Quelle: ARD Sendung "Hart aber Fair" vom 24.02.2010.

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