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Sport

 

 

Mythen:

1. "Joggen schadet den Gelenken "...click

2. "Erst nach mindestens 20 Minuten Ausdauertraining nimmt man ab "...click

3. "Nur einmal die Woche Sport treiben bringt nichts "...click

4. "Um Muskeln aufzubauen sollte man mindestens 3 mal die Woche trainieren "...click

5. "Abnehmen kann nur, wer Sport macht"...click

6. "Laufen verringert das Krebsrisiko"...click

7. "Laufen bringt dem Rücken nichts"...click

8. "Mit Koffein erzielt man bessere Laufergebnisse"...click

9. "Marathon-Laufen kräftigt das Herz"...click

10. "Sex vor dem Laufen mindert die Leistungsfähigkeit"...click

11. "Von Krafttraining nimmt man nicht ab!"...click

12. "Eiweißdrinks beschleunigen den Muskelaufbau"...click

13. "Je mehr man schwitzt, desto mehr Fett wird verbrannt"...click

14. "Joggen auf Betonboden ist ungesund"...click

15. "Sport trainiert auch das Gehirn "...click

16. "Sport auf nüchternen Magen ist ungesund "...click

17. "Der Fünf-Meter-Raum beim Fußball ist genau 5 Meter breit "...click

18. "Von zu viel Sport bekommt man Arthritis "...click


 

1. "Joggen schadet den Gelenken"

Falsch! Das stimmt nicht. Beim Joggen wird der ganze Körper optimal trainiert, daher ist die Belastung relativ gleichmäßig. Zudem wird das Herz zur aktiven Arbeit verleitet, was auch diesen lebenswichtgen Muskel trainiert. Einzige Ausnahme bildet das Joggen auf hartem Untergrund, zum Beispiel Beton. Dies schadet tatsächlich den Gelenken, wenn man dies sehr häufig macht und nicht die passenden Schuhe trägt. Dies kommt daher, dass das Körpergewicht auf hartem Boden viel mehr an die Gelenke weitergegeben wird, zum Beispiel die Knöchel oder die Knie. Besser ist ein weicher Waldboden oder eine dementsprechende Bahn auf Sportplätzen. Aber selbst auf Beton kann man gut und gesund joggen, wenn man die geeigneten und hierfür passenden Schuhe trägt. Diese können durch die Polsterung die Gelenke enorm entlasten, sodass es dann kaum noch einen Unterschied zwischen Waldboden (mit normalen Jogging-Schuhen) und Betonboden (mit speziell hierfür geeigneten Schuhen) gibt.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 27.05.2009, 19:15 Uhr

2. "Erst nach mindestens 20 Minuten Ausdauertraining nimmt man ab"

Falsch! Der Körper verbrennt bei jeder Art von Bewegung Fett. Egal wie oder wie lange man trainiert. Wichtig ist nur, dass man die Belastung möglichst konstant über dem Ruhepuls hält. Diesen kann sich jeder individuell berechnen. Fällt er immer wieder kurzzeitig darunter, ist der Trainingseffekt geringer. Ein Indiz ob die Belastung über dem Ruhepuls liegt ist das Schwitzen. Wenn man sich bewegt und aufgrund der Bewegung schwitzt (nicht wenn es 35 Grad im Schatten sind...oder in der Sauna), dann verbrennt man gerade auch Kalorien und Fett und nimmt somit auch ab, ungeachtet der Dauer. Je länger die Belastung anhält desto länger verbrennt der Körper, weswegen die Dauer natürlich dann schon eine Rolle spielt. Abnehmen tut man aber schon ab der ersten Minute.

3. "Nur einmal die Woche Sport treiben bringt nichts"

Stimmt fast! Denn es ist immer noch gesünder, wenn man sich NUR einmal bewegt als gar nicht! Wenn man einmal die Woche Sport macht, dann kann man seinen Körper auf dem Leistungslevel halten, steigert sich aber nicht. Um sich zu steigern sollte man dann schon 2-3 Mal pro Woche Sport treiben und dies möglichst ausgewogen und in Kombination von Kraft und Ausdauer.

4. "Um Muskeln aufzubauen sollte man mindestens 3 mal die Woche trainieren"

Stimmt fast! Wie oben bereits geschrieben sollte man mindestens 2-3 Mal die Woche Sport treiben, um sein Trainingslevel zu erhöhen. Einzige Ausnahme bildet das sogenannte HIT. Dabei steht HIT für Hochintensitätstraining. Diese Trainingsart macht ihrem Namen alle Ehre: Schon mit zwei Mal je eine Stunde Krafttraining kann man sein Trainingslevel bereits steigern. Einziger Nachteil: Man muss sich an den Geräten richtig verausgaben, sprich die Muskeln müssen aufgrund der Gewichte regelrecht versagen. An der Universität Koblenz-Landau wurden Testpersonen mit annähernd gleichen körperlichen Voraussetzungen über einen gewissen Zeitraum beobachtet und die Muskelmasse verglichen. Die eine Hälfte der Teilnehmer trainierte täglich mehrere Stunden mit moderaten Gewichten. Die andere tatsächlich nur zwei Mal die Woche je eine Stunde unter Voll-Power. Ergebnis war, dass bei beiden Gruppen die Muskelmasse etwa gleich stark angewachsen ist. Bei den einen mit nur zwei Stunden die Woche, die anderen bei 15-20 Stunden die Woche. Somit kann auch ein geringer Zeitansatz beachtliche Erfolge bringen. Dass es stets 3 Mal die Woche sein muss stimmt daher so pauschal nicht.

Quelle: Spiegel-Online, Artikel "Höllenritt im Kraftraum " vom 01.12.2008

5. "Abnehmen kann nur, wer Sport macht."

Stimmt halb. Wissenschaftler der Loyola-Universität aus Chicago wollten beweisen, dass Sport alleine zum Abnehmen führt. Leider stellte sich heraus, dass dem nicht so ist. Nur wenn auch die zu sich genommene Nahrung passt, kann nachhaltig abgenommen werden. Demnach verbennen Sportler tatsächlich mehr Energie, nehmen diese aber auch durch mehr Nahrung wieder zu sich. Das ernüchternde Fazit: Wer seine Ernährung nicht umstellt, verliert auch kein Gewicht. Sport ist laut diesen Erkenntnissen also nicht das Universalhilfmittel für eine gute Figur. Nichtsdestotrotz führt regelmäßiger Sport zu einer Kräftigung der Muskeln und der Knochen, beugt Cholesterinerkrankungen und Herzinfarkten vor.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009

6. "Laufen verringert das Krebsrisiko"

Richtig. Studien haben ergeben, dass insbesondere Frauen, die regelmäßig Sport treiben und gleichzeitig auch genug Schlaf (mind. 7 Stunden) bekommen, einen höheren Schutz vor sämtlichen Krebsarten, besonders aber vor Brustkrebs haben. Wenn allerdings zu wenig geschlafen wird, hebt sich der Effekt auf. Dabei scheint es bewiesen zu sein, dass der Schutz umso höher ist, desto mehr sich die Probandinnen in den Versuchsreihen antrengten. Somit führt der Sport zu einem gestärkten Imunsystem und reduzierten Entzündungsprozessen im Körper.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009

7. "Laufen bringt dem Rücken nichts."

So lautete lange Zeit die Annahme. Beim Laufen würden ja nur die Beine und Oberschenkel trainiert, nicht aber der Bauch und der Rücken. Falsch wie sich nun herausstellte. Es wurden in einer Studie Daten aus 1203 Fragebögen unter Teilnehmern des Würzburg-Marathons 2003 ausgewertet. Ergebnis war, dass die Quote derer mit Rückenschmerzen eindeutig unter derjenigen der Normalbevölkerung lag. Knapp unter der Hälfte der Befragungsteilnehmer war unter 40 Jahre alt, knapp über die Hälfte über 40. Das eindeutige Ergebnis: Im Vergleich zur Normalbevölkerung hatten die Läufer weitaus weniger Probleme mit ihrem Rücken. Somit trainiert das Joggen auch die gesamte Rumpfmuskulatur, nicht nur die Beine.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009

8. "Mit Koffein erzielt man bessere Laufergebnisse"

Dies war lange Zeit die Annahme, stimmt aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Laut Schweizer Wissenschaftlern kann Koffein den Blutfluss im Herzen reduzieren. Dies ist gerade beim Sport allerdings fatal. Ein Sportler möchte gerade eine Hohe Durchblutung, da dies zu einer besseren Sauerstoffversorgung beiträgt. Das Koffein ist demnach für Sportler ungeeignet. Zwar kann es sein, dass sich die Sportler subjektiv wacher und fitter fühlen, tatsächlich wird ihre Leistungsfähigkeit aber geschmälert.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009

9. "Marathon-Laufen kräftigt das Herz"

Zitat aus Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009:

"Ein Sportlerherz muss in der Lage sein, viel Blut durch den Körper zu pumpen, um ihn auch in Belastungssituationen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Die Annahme liegt nahe, dass die Herzen ausdauertrainierter Läufer also gut in Schuss sein müssten. Doch das stimmt in vielen Fällen nicht. Essener Kardiologen verglichen die Ablagerungen in den Herzarterien von über 100 Marathonteilnehmern – alle zwischen 50 und 72 Jahre alt und bereits erprobte Langstreckenläufer. Marathonläufer hatten demnach genauso häufig Arteriosklerose wie Vergleichspersonen im gleichen Alter, die keinen Ausdauersport betrieben. 42 Kilometer zu laufen ist nicht nur eine mentale Herausforderung, sondern auch eine Belastungsprobe für Herz und Gelenke. Denn dabei entstehen freie Sauerstoffradikale, die Gefäße schädigen können. Hinzu kommen große Mengen an Entzündungsstoffen, die während der langen Belastung entstehen. Der Körper produziert das Stoffwechselprodukt Milchsäure. Das wiederum übersäuert die Muskeln und schwächt das Immunsystem, Entzündungen haben so leichteres Spiel. Es gibt auch Hinweise darauf, dass sehr lange Läufe den Herzmuskel angreifen könnten. Zwölf Prozent der Läufer hatten solche Schädigungen."

10. "Sex vor dem Laufen mindert die Leistungsfähigkeit"

Stimmt teils. Diese Behauptung ist sehr umstritten in der Wissenschaft. Die einen befürworten dies, die anderen stellen dies vehement in Frage. Offenbar scheint es auch geschlechtsspezifische Unterschiede zu geben: So scheint der Sex bei Frauen in gewissen Sportarten durch den gestiegenen Testosteronwert zu mehr Leistung zu führen, während es bei Männern die Leistungsfähigkeit einschränkt, dadurch das deren Testosteronspiegel sinkt. Bei den Männern nahm die im Sport wichtige Aggressivität und Explosivität ab und die Entspanntheitsphase wirkte sich negativ auf die Muskelarbeit (bes. die Kontraktionsfähigkeit) aus. Diese Erkenntnisse scheinen allerdings nur für Sportler von Schnellkraftsportarten zu gelten. Bei Ausdauersport wurde solch eine negative Beeinflussung bislang nicht nachgewiesen.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zehn Wahrheiten übers Laufen " vom 03.08.2009

11. "Von Krafttraining nimmt man nicht ab!"

Passionierte Ausdauersportler behaupten dies oft, es stimmt aber nicht. Entscheidend für den Abnehmerfolg ist das dauerhafte Überschreiten des Ruhepulses. Dieser ist normalerweise bei 80-100 Schläge pro Minute. Um abzunehmen sollte man also über diesem Niveau liegen und dies am besten konstant über einen gewissen Zeitrahmen. Allerdings geht dies mit Ausdauertraining besser, da hier viel genauer dosiert werden kann. Dennoch kann man auch mit Krafttraining abnehmen.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 27.05.2009, 19:15 Uhr

12. "Eiweißdrinks beschleunigen den Muskelaufbau"

Der Mythos stimmt tatsächlich. Der Muskel braucht zum Wachstum Eiweiß. Dieses findet sich vor allem in Fleisch, Fisch und Milchprodukten. Dabei entsprechen beispielsweise 3 Esslöffel Eiweißpulver etwa dem Gehalt eines Schweinesteaks. Wichtig ist, dass man die Drinks nach dem Sport einnimmt. Eine Einnahme davor bringt nichts. Die richtige Menge an Eiweiß pro Tag lässt sich recht einfach bestimmen. Als Grobformel gilt, das eigene Körpergewicht in Gramm. Also bei einem Mann mit 70 kg sollten es 70 g Eiweiß pro Tag sein.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 27.05.2009, 19:15 Uhr

13. "Je mehr man schwitzt, desto mehr Fett wird verbrannt"

Dieser Mythos stimmt nicht. Wie stark man schwitzt ist reine Veranlagung. Manch einer schwitzt schon beim Treppensteigen, andere brauchen hierfür zumindest eine ausgedehnte Jogging-Runde. Dies ist neben Veranlagung auch Sache der individuellen Form. Der Schweiß besteht aus Wasser und Nährstoffen, Fett wird hierbei nicht verbrannt oder ausgeschwitzt. Man muss sogar aufpassen, dass man durch das Schwitzen nicht austrocknet. Daher nach der Anstrengung unbedingt neue Nährstoffe zuführen (z.B. durch Mineralwasser). Folgerichtig trägt auch der alleinige Sauna-Besuch nicht zum Fett verbrennen bei. Dieser hat zwar andere nützliche Effekte, aber hilft beim Abnehmen leider nichts.

Quelle: Sendung "Galileo" auf Pro 7 vom 27.05.2009, 19:15 Uhr

14. "Joggen auf Betonboden ist ungesund"

Siehe Ausführungen hier.

15. "Sport trainiert auch das Gehirn "

Nicht eindeutig geklärt . Hierzu fehlen leider bislang aussagekräftige wissenschaftliche Studien. Zwar gehen Hirnforscher davon aus, dass Sport auch einen positiven Effekt auf die Gehirnleistung hat, weil dieses durch die körperliche Aktivität intensiver mit Sauerstoff versorgt wird, aber bewiesen ist dies nicht. Beispielsweise widersprechen Lernforscher vehement. Demnach habe körperliche Aktivität keinen positiven Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit, wohl aber auf andere Bereiche wie den Aggressionsabbau und die Gesundheit, wodurch Sport indirekt auch die Lernfähigkeit beeinflusst. Zu einer höheren Intelligenz führt Sport aber wohl eher nicht.

Quelle: Focus-Online, Artikel "20 Irrtümer übers Lernen " vom April 2008

16. "Sport auf nüchternen Magen ist ungesund "

Das ist falsch. Demnach sei der Kreislauf morgens noch zu schwach und der Stoffwechsel laufe noch nicht glatt. Dass dies schädlich sein soll, dafür gibt es jedoch keinen Beleg. Viele Läufer treten ihr Training vor dem eigentlichen Frühstück an, ohne jemals Probleme zu haben. Eine schlüssige Untermauerung der Behauptung gibt es also bislang nicht. Natürlich sollte man darauf achten, sich nüchtern nicht zu überanstrengen, dies gilt jedoch grundsetzlich immer beim Sport.

Quelle: Werner Bartens, "Lexikon der Medizinirrtümer, Eichborn Verlag 2004, ISBN: 3-8218-3922-8

17. "Der Fünf-Meter-Raum beim Fußball ist genau 5 Meter breit "

Das trifft nicht zu. Eigentlich müsste man den Raum umbenennen, da er nach offiziellem FIFA Reglement eigentlich 5,50 m breit ist. Unter dem Fünf-Meter-Raum versteht man beim Fußball den Abstand zwischen der Torlinie und den Begrenzungslinien des Torraumes. Diese an sich falschen Maße kamen durch Umrechung des nicht-metrischen Systems in England und dem metrischen Systems in Europa zustande.

Quelle: RP Online, Artikel "Populäre Irrtümer - Wir klären auf!", Stand: 08.11.2009

18. "Von zu viel Sport bekommt man Arthritis "

Richtig. Darauf deuten zumindest aktuelle Erkenntnisse der University of California hin. Demnach besteht tatsächlich bei Menschen, die sich viel bewegen, automatisch auch ein höherer Verschleiß an den Gelenken, was zu Knieanomalien, Entzündungen und Arthrose führen kann. Nicht umsonst spricht man auch von dem sogenannten "Sportlerknie". Eine Einschränkung der Studie besteht jedoch bzw. sollte hier ebenfalls erwähnt werden: Die untersuchten Testpersonen (männlich und weiblich) waren im Alter zwischen 45 und 55 Jahren. In diesem Altersbereich ist demnach erhöhte Vorsicht geboten. Die Ergebnisse dürften aber dennoch auch für jüngere Menschen gelten, deren Körper in der Regel zwar noch frischer sind, die aber auch in der Regel stärker belastet werden. Ohnehin ist auch die Sportart entscheidend für die Arthrosegefahr. Demnach wird von Laufen und Springen abgeraten, da dort die Gelenke überproportional belastet werden. Problemlos sind jedoch Fahrradfahren und Schwimmen, dort werden die Knie kaum belastet, die Muskulatur aber trotzdem gekräftigt.

Quelle: Focus-Online, Artikel "Zu viel Sport macht Arthritis " vom 06.12.2009

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